Die Frage stellt sich so mancher. Aber jeder beantwortet sie wohl unterschiedlich für sich selbst. Mein Jahr 2011 war nicht unbedingt mein Bestes. Nicht nur lauftechnisch sondern auch emotional. Einiges hat sich verändert, neue Dinge sind hinzugekommen, der Alltag läuft anders ab, in den letzten Monaten viel Stress, sehr emotional schmerzliche Erfahrungen am Anfang des Jahres, aber eine Konstante blieb immer: das positive Gefühl nach einem Lauf!
Gerade in diesem Jahr und vor allem in den letzten Monaten, wo ich sehr wenig Zeit hatte, wird mir das immer bewußter. Nachdem ich jetzt einige Tage fast täglich gelaufen bin, mir dafür sogar den Wecker früher gestellt habe, merke ich die positive Veränderung immer intensiver. Selbst bei kurzen Läufen von nur 5km enstehen morgens in der Einsamkeit und Kälte der Nacht nur positive Gedanken, ganz neue Ideen und Motivation für den ganzen Tag. Während man denken sollte, dass das frühe Aufstehen einen müde macht, ist der Elan danach viel größer, regelrecht aufgepuscht. Alleine dadurch habe ich einige Ideen, die ich schon lange hatte, endlich aufgegriffen und umgesetzt. Obwohl ich jetzt durch das Laufen einen längeren Tag habe, habe ich das Gefühl viel mehr erledigt zu bekommen (und nicht nur das Gefühl). Es geht richtig bergauf. Auch emotional bin ich momentan sehr ausgeglichen und freue mich auf die Dinge die da kommen werden.
Es entstehen Ideen und Pläne für das nächste Jahr, der Tatendrang, der für mich typisch ist, ist wieder da. Der Yogi in mir erwacht wieder. Der Yogi, den viele andere Läufer kennen
Da haben mir auch die anderen Läufer bei geholfen. Z.B. die, die am Baldeneysee mich als Brems- und Zugläufer begleitet haben, die, die mir wieder den Spaß und Emotionen durchs Laufen bewußt machen. Denn Marathon ist nicht nur Laufen, Marathon ist Emotion! Emotionen, die man nie vergisst. Und Emotionen bestimmen unser Leben. Emotionen bleiben in unserer Erinnerung. Musik z.B. ist ohne Emotionen nichts. Jeder weiß welches Lied er oder sie mit seiner ersten Liebe verbindet, oder?
Und mit Marathon verbinden viele ganz viele Emotionen. Die Zeit des gemeinsamen Trainings mit dem Lauftreff. Die Zweifel die man zwischendurch immer wieder hatte. Die Freude bei Traingserfolgen. Die Nervosität vor dem Wettkampf. Und dann der Wettkampftag selber mit seinen vielen wechselnden Emotionen. In Münster habe ich und das bei einer sehr bescheidenen Zeit, wieder die Gänsehaut im Ziel gespürt. Da wußte ich, ich lebe noch, ich kanns noch, ich fühle noch :-).
Bleibt eine Frage noch? Warum sitz DU jetzt hier vor dem Computer und liest das? Warum läufst du jetzt nicht? Entdecke den Yogi in DIR. Lauf los! 