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Cologne226 extreme+ - der “Iron”-Teil

Geschrieben in Ironman, Wettkämpfe/Berichte von yogi Montag September 8, 2008

wie soll ich jetzt anfangen? Vielleicht so:

PB, PB, PB !!!! Einfach supergeil!

Wenn man beim Schwimmen schon 18 Minuten rausholt (1:29:17) gegenüber dem Ostseeman, wie soll der Rest des Tages dann werden? Noch geiler? Genau.

Die Anreise wie am Vortag hat super geklapppt, war wieder viel zu früh da (kurz vor Sechs). Smalltalk mit den anderen Extremen, langsam in die Pelle (Neo, drunter nur eine Badehose) zwängen (geht mit der Zeit immer schneller), Beutelchen abgeben (direkt neben der Wechselzone) und dann Richtung Schwimmeinstieg. Die Freigabe (der Radstrecke)abwarten, dann ins Wasser zum Einschwimmen.

Schwimmen
Kurz vor dem Start (7:10 Uhr) dann nochmal die Nationalhymne (warum summ ich dann immer die Amerikanische?). Peng, der Startschuss! Ruhig anfangen (diesmal direkt gekrault) und den Rhytmus finden. Die Ragattabahn ist ja für die Ruderer mit Bojen bestückt. In ca. 1,5m Tiefe hängen diese an Seilen, die komplett die ganze Regattabahn durchgehen. Perfekte Orientierung! Also kraul ich so vor mich hin, komme schön in den Rhytmus, das Feld zieht sich auseinander, kein Hauen und Stechen. Perfekt, wenn nur die Regattabahn nicht so lang wär. 1,9 hin und 1,9 zurück zieht sichganz schön. Für die Ruderer hängen oben drüber noch alle 250m Schilder mit Streckenangabe. Aus meiner Sicht eine perfekte Schwimmstrecke. Nach meiner Uhr war nach etwas über 43 Minuten an der hinteren Boje, einfach supergeil. Auf der Rückstrecke wars einfach nur noch ein nach Hause schwimmen, wobei ich andere Schwimmer um mich herum beobachtet habe. Wenn ich richtig kontrolliert geschwommen bin, konnte ich mich immer gut absetzen. Desto länger ich schwimme, desto besser ist mein Wassergefühl und umsomehr komme ich in ein gefühltes Gleiten (ist vielleicht auch nur Einbildung). Also immer schön im Rhytmus bleiben und schwimmen, nicht nach vorne schauen, nicht auf die Uhr, einfach weitermachen. Die Schilder oberhalb kann man auch beim Kraulen lesen und so weiß man wie weit noch (wers wissen will). Laut Ergebnisliste bin ich dann nach 1:29:17 aus dem Wasser.

Der erste Wechsel
Wie auch gestern hatte ich Probleme mit dem Gleichgewicht, hat wahrscheinlich mit der Schaukelbewegung beim Schwimmen zu tun. So bin ich zum Teil den Weg zur Wechselzone gegangen. Gestern hatte ich ein extremen Linksdrall und bin gegen die Gitter gelaufen. Beim Umziehen konnte ich mich dann auch auf meine Box mit Deckel setzen (dabei Cola trinken) und mit dem Umziehen beginnen. Hab mir dabei auch Zeit gelassen, die das Gleichgewichtsorgan auch gebraucht hat. Einteiler über die Badehose, Radtrikot von Erdinger drüber, Startnummer um den Bauch, Füße abtrocken, Socken und Schuhe an, Chipband wieder ans Fussgelenk und Sachen ordentlich aufräumen (soviel Zeit muss sein, würd mich ärgern, wenn was wegkommt z.B. der Neo). Handschuhe an, Helm auf und das Rad zum Aufsteigepunkt geschoben. Alles schön ruhig, der Tag ist noch lang.

Radfahren
Die Strecke wurde als flach und windanfällig bezeichnet, beides stimmt. Direkt am Anfang gehts nach ein paar Kilometern auf eine lange Gerade (Wendepunktstrecke) wo mich der Wind auf 25-20km/h runterdrückte. Also runter mit den Gang und Trittfrequenz halten. Nach der Wende dann umgekehrt. Bis in den letzten Gang komm ich hier auf Geschwindigkeiten von bis zu 45km/h auch auf der letzten Runde das Ganze natürlich mit dem Unimog. Dieser ist den Sprechern auch aufgefallen und dazu mußten sie mich unbedingt im Ziel befragen. Auf der dritten Runde (vier a 45km waren zu fahren)dann ein Classic-Teilnehmer (also die Halbe-Geschichte) beim Versuch mich bei über 40 zu überholen: “Das du mit dem Rad solche Geschwindigkeiten fährst, Unglaublich!” Meine Antwort: “Was meinst du, wie ich dann erst fahre, wenn ich ein richtiges Rad habe?”Ansonsten verlief das Radfahren recht gut. Die Strecke abwechslungsreich, aber auch zum Teil sehr uneben. Bei Gegenwind ging der Schnitt runter, zurück dann wieder rauf. Die Versorgung war gut, alles da und ausreichend. Selbst ich konnte einige überholen, vor allem als die Halbe lief. Bei einigen hab ich gedacht: am Material liegts nicht! Hört sich jetzt vielleicht arrogant an, aber gutes Material ist noch kein Garant für gute Zeiten. Was ich da alles überholt habe. Manchmal hab ich echt überlegt zu rufen: “Achtung, Mountainbike von hinten!”
So ging das Radfahren recht schnell vorbei und der Schnitt war super, die Zeit auch: 6:39:16.

Der zweite Wechsel
Noch schneller. Den Einteiler hab ich gegen eine kurze Laufhose getauscht und das Radtrikot von Erdinger wieder oben rum angezogen. Muß ja auch was für den Sponsor tun. Einteiler und Radtrikot wäre beim Marathon zu warm geworden, das hab ich am Vortag gemerkt. Und schon gings auf die Laufstrecke. Insgesamt hab ich 9:23 in der Wechselzone verbracht.

Das Laufen
Vier Runden um den See a 7km und dann die letzten 14km runter zum Dom ins Ziel. Am Anfang liefs noch nicht so rund, was ja auch normal ist. Gefühlte 7:30min/km, gestoppte 6:30min/km. Als ich merkte wie schnell ich war, fing ich natürlich an zu rechnen. Sub 13 wären möglich, wenn ich das Tempo halten kann. Was ungewieß war, wie würde sich der WK von gestern auf heute auswirken. Richtig ruhig gemachthab ichja gestern nicht, eher das Gegenteil. Also bis KM 10 blieb ich im 6:30 Schnitt. Danach lies das Tempo nach. Die dritte Runde war schon ruhig. Hier fragte ich mich schon ob ich unter 5h bleiben würde, eine PB würde es ja auch jeden Fall werden. Ende der dritten Runde bin ich dann auf Natascha gestossen (Grüße an Jens, Stichworte: MdS, Stunt100), ihr gings zu dem Moment nicht so gut und wir sind die nächste Runde dann gemeinsam gelaufen, was beiden gut tat. Die Runde ging mit Quatschen ja auch schnell rum. Anschließend mußte ich dann los Richtung Innenstadt, Natascha hatte noch eine Runde, war aber wieder gut drauf. Die Strecke Richtung Stadt: sehr einsam, am Anfang wenig Markierungen, ab und an und ein Streckenposten, aber regelmässige und ausreichende Versorgung. So hab ich einfach die Kilometer runter gezählt, noch einige Läufer überholt und wurde gegen Ende hin noch schneller. Ab KM 30 wußte ich das ich die Sub13 nicht schaffen würde, aber unter 5h wollte ich unbedingt bleiben. Mit 4:53:44 hat das auch gut geklappt. Somit hab ich mich über alle drei Distanzen verbessert und bin Gesamt 12. (innerhalb der 226 Wertung des Extreme, gestern 14. )geworden. Die Endzeit mit 13:11:40 ist ein Hauch schneller, fast 39 min, als der Ostseeman. Und das im Rahmen der Extreme+ (also mit WK am Vorag) und bei meinem Pensum der letzten Wochen. Also Grundlagen und Form sind gut bis sehr gut.

Der Zieleinlauf
Als der Sprecher meine Startnummer sah, wußte er das wir schon Vortag gequatscht hatten und mußte unbedingt die letzten Meter mit mir mitlaufen (ins Mikro quatschend natürlich). Im Ziel wollte er natürlich wissen wies mir geht. Super, ich bin PB gelaufen und das 5 Wochen nach dem Ostseeman (den 100er in Breitscheid dazwischen hab ich weggelassen). Dann wollte er natürlich unbedingt was zum Fahrrad wissen, was denn das wäre. Ein Mountainbike mit Strassenreifen und Aeroaufsatz, was sonst. Und dann die Frage was als Nächtes kommt. Den Münster-Marathon am nächsten WE. Ob ich denn Familie und einen Beruf hätte , würde ja keine Zeit bleiben (mehr scherzhaft). Eine der beiden Sprecher ist amWocheende auch in Münster, mal sehen ob wir uns sehen.

Noch ein kleiner Nachtrag
Als wir auf den Bus gewartet haben, sprach mich ein anderer Teilnehmer an, ob ich auf solche Extreme stehen würde.Dann sollte ich mal zuseinem Verein kommen nach Lensahn, dort würds einen Triple-Ironman geben. Könnte man ja mal drüber nachdenken ;-)

Noch ein Nachtrag
Hier ist der Link zu Michaels Bericht, der am Vortag zusammen mit mir ins Ziel gelaufen ist.
http://forum.runnersworld.de/forum/blogs/cologne_biel_hawaii/92-cologne226-extrem-1-teil-smart-distanz-am-06-09-08.html

Kommentare »

  1. Mensch Yogi - Rattenscharf! Gratulation zur PB^3! :-) Alles in allem gut durchgezogen und schön berichtet. Wenn du jetzt noch beim Umziehen einsparst, und noch ein anderes Rad hast, und noch … das ist ja das Bekloppte! Beim Tria fallen einem zu viele Stellrädchen ein, an denen man noch schrauben könnte #-)

    Erhol’ dich! Wir telefonieren die Tage
    LG
    Jens

    PS: Die Natascha ist eine ganz Harte! Besonders vom Kopf!
    PSS: Ja, das mit den Ergebnislisten hab ich mir ja gedacht.
    PSSS: Ich war nur <10min im Wasser, aber die Familienstaffel hatte gestern auch Spass ;-)

    Trackback von jens 8. September 2008 13:52

  2. Wie beim Umziehen Zeit einsparen, du hast in Frankfurt noch mehr Zeit in der Wechselzone verbracht ;-)
    Der Rest ist doch einfach: schneller schwimmen, schneller radeln und schneller laufen. Vielleicht mach ich ja den Wagenheber vom Unimog ab ;-) oder ich nehm beim nächsten Mal ein Hollandrad, die Verkleidung am Hinterrad müßte doch denselben Effekt haben wie ein Scheibenrad oder? Zumindest hatte ich mit dem Unimog die Aufmerksamkeit der anderen.
    Ansonsten, morgen ist Training kann ja nicht wieder eine Wocher verbummeln nur wegen so einem WK. Münster ist ja nur ein Marathon, da brauch ich kein Tapering.

    Grüße aus OB, Yogi

    Trackback von yogi 8. September 2008 14:37

  3. Herzlichen Glückwunsch zu Deiner Super-Leistung in Köln. Langsam frage ich mich ja, was noch alles kommt…
    Viele Grüße
    Claus

    Trackback von Claus 8. September 2008 16:11

  4. Hallo Claus,
    erstens Danke und zweitens frag ich mich das auch.
    Kurzer Tipp: siehe Planung 2010.

    Grüße aus OB, Yogi

    Trackback von yogi 8. September 2008 16:18

  5. Also die “gefühlte” Wechselzeit war kürzer. ;-) Yau: In Frankfurt messen die ja tatsächlich jede Wasserrunde (!), raus aus dem Wasser, Wechsel aufs Rad und weiter, Zwischenzeiten, Wechsel ins Laufen, Rundenzeiten,… mehr was für Statistikjunkies. Beim Ostseeman haben sie alles in einen Rad-Topf geworfen. Wie war’s in Köln?

    Das du bei den Holländern im Windkanal testest, ist eine gute Idee. Aber denk’ dran: Sobald ich dich überhole tauschen wir das Rad gegen eine 20er Packung Bifi! (s. Bericht!).

    LG
    Jens, gerade mit dem LKW-Reifen im Geschirr von der Herbstwaldlauf-Strecke zurück (Indian Summer beginnt).

    Trackback von jens 8. September 2008 16:45

  6. Nun wenn man in Köln von der Gesamtzeit die 3 Einzelzeiten abzieht bleibt die Zeit in der Wechselzone übrig.
    Wenn du mich dann überholst, muß ich doch nicht das Rad tauschen. Die Bifi und TUCs sind doch in den Satteltaschen, die Hollandräder serienmäßig haben.
    Aber die Frage ist doch eigentlich: Hast du überhaupt noch die Chance dazu, wenn ich mit der Gouda-Variante des Unimogs starte? ;-)
    Gibts eigentlich auch Fahradkörbe von Syntace oder Profile, so ne schöne leichte Carbonvariante?

    Na ja, die Endorphine spielen noch ein wenig verrückt.
    Grüße aus OB, Yogi

    Trackback von yogi 8. September 2008 17:01

  7. Dann auch mal von herzliche Glückwünsche zu dieser Wahnsinns Leistung.
    Wenn ich mir deinen Werdegang so anschau brauche ich mir keine Gedanken zu machen das ich irgendwann mal keine Ziele mehr habe ;-)
    Ich denke man muss nur verrückt genug sein (und das meine ich absolut positiv) ab und zu mal was neues auszuprobieren ;-)
    Gruß Gerd

    Trackback von diro1962 8. September 2008 19:13

  8. Carbon-Fahradkörbe? Bruahahaha… you made my day ;-)

    LG
    Jens

    Trackback von jens 9. September 2008 06:32

  9. @Gerd: Danke. Mir gehen die neuen Ziele auch nicht aus. Schau mal auf Jens Seite, da gibts noch ein paar Anregungen.

    @Jens: Das Bild (der Fahrrad-Körbe) kriegst du jetzte den ganzen Tag nicht aus dem Kopf raus. Ist vielleicht ne Marktlücke, vorne mit so einem leichtem Spoiler-Ansatz?

    Sind alles die Endorphine schuld. Echt die geilste Droge. Yogi

    Trackback von yogi 9. September 2008 08:38

  10. Wir gratulieren Dir ganz herzlich zu Deiner grandiosen Leistung!
    Man könnte in Erwägung ziehen die 100km zu laufen?!?!?!
    Bis 2010 habe ich ja noch Zeit, viele laaangsame und laaange Kilometer zu laufen!!

    Träume sind schööön.

    Hast du überhaupt Zeit dich zu regenerieren??
    Viele Grüße Biene

    Trackback von Sabine 9. September 2008 17:08

  11. @Biene: Danke. Du/Ihr? denkt über den Bambini-Lauf bei der TorTourdeRuhr nach? Nun bis 2010 traue ich dir auch den 100er unter 14h zu und Supporter wirst du bei den Ruhrrunnern bestimmt jede Menge finden. Also einplanen und drauf hin trainieren.
    Meine Regenerationszeit ist recht kurz, der Lauf gestern hat dabei schon geholfen. In Münster muss ich ja auch nicht schnell laufen. 4:30h reichen doch völlig aus.

    Grüße aus OB, Yogi

    Trackback von yogi 10. September 2008 08:57

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