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Bericht der WAZ vom 03.02.2007

Geschrieben in Presse, Wettkämpfe/Berichte von yogi Samstag Februar 3, 2007

waz-bericht.jpgHier der Text (entnommen aus der Online-Version der WAZ):

WAZ-SERIE MENSCHEN IN O.

Der Gipfelstürmer
Dauerläufer Jörg Schranz ist noch gar nicht lange unterwegs, hat aber schon ein gutes Stück Weges hinter sich. Heute nimmt der 42-Jährige beim Brocken Challenge die Harzer Höhen in Angriff

14 Mal Marathon, drei Mal 50 Kilometer, 12- und 24-Stunden-Lauf, 100 Kilometer und zwischendurch jede Menge kleinere Langstrecken: Die Wettkampfbilanz von Jörg Schranz lässt auf eine lange Laufkarriere schließen, richtig? Falsch: Der 42-Jährige ist erst seit 2004 unterwegs.

Wir befinden uns also noch am Beginn seines jungen Läuferlebens. Wenn Sie seine Laufgeschichte lesen, ist er gerade dabei, sich einer besonders ungewöhnlichen Herausforderung zu stellen und die heißt Brocken Challenge und führt von Göttingen auf den Gipfel in 1100 Meter Höhe, exakt 84 Kilometer misst die Strecke, der Startschuss fiel heute um sechs Uhr in der Früh. Eine Tour über Eis und Schnee.

Warum tut er sich das an, mögen Sie sich fragen. Was ist er für ein Typ? Drahtig, ausgemergelt, verbissen, ein Leichtgewicht? Alles falsch. 90 Kilogramm Eigengewicht nimmt er mit auf die Superstrecken und trägt sie ohne Schwierigkeiten: Kaum Muskelkater, noch nie ein Sehnen- oder Bänderproblem: Schranz macht offensichtlich alles richtig.

Wie es begann? Mit einem Fitnesscheck im Jahr 1997. Schranz wollte abspecken, 120 Kilo, befand der Programmierer, seien zu viel. Gehen Sie erst einmal zum Arzt, befand der Trainer. Der Blutdruck war zu hoch. “Der Arzt hat mir Betablocker verschrieben und dadurch bin ich nicht dünner, aber noch träger geworden”, erzählt Schranz. Bis er sich 2002 entschloss, seine Ernährung umzustellen: Viel Obst und Gemüse, Vollkornprodukte. “Ich habe mehr gegessen als vorher und trotzdem abgenommen.”

Im Frühjahr 2003 hat er sich dann “mal wieder aufs Rad gesetzt” und sich erneut im Fitnessstudio angemeldet. “Ich wollte meine Kondition halten.” “Geh mal aufs Laufband”, schlug der Nachbar vor. Schranz folgte dem Rat und lief und lief, 10, 15, 20 Kilometer und dachte sich: “Das müsste draußen schöner sein.”

Er begann zu joggen. Langsam, langsam und immer schön nach dem Trainingsplan, den er sich aus dem Internet gezogen hatte. “Im Mai 2004 hab ich mir dann Laufschuhe zugelegt”, erinnert er sich. Das war auch höchste Zeit, denn da stand schon fest, dass er dabei sein würde beim Rhein-Ruhr-Marathon, den er dann am 6.6. - ein schönes Datum, das man nie vergisst - in Angriff nahm und glänzend durchstand. Sein Ziel, unter fünf Stunden zu bleiben, erreichte er mühelos. “Da wusste ich, dass ich noch mehr machen kann.”

Monschau am 8.8. und Essen am 10.10. Wieder runde Daten, wieder Erfolge. Drei Wochen später folgte ein 50-Kilometer-Lauf, und damit war er schon bei den Ultra-Laufstrecken angekommen. 2005 machte er sich selbst ein Geschenk: “Du wirst nur einmal 40, da muss etwas Besonderes her”, verrät er, warum er sich entschloss, nicht in den Geburtstag hineinzufeiern, sondern zu laufen: So kams zur Teilnahme am ersten 24-Stunden-Lauf, bei dem er exakt 100 Kilometer joggte. “Hat gut geklappt”, sagt er und fügt bescheiden hinzu: “Ich glaube, der deutsche Rekord liegt bei 250 Kilometern.”

Das Laufen gehört für ihn zum Alltag, mindestens drei Mal pro Woche ist er unterwegs, “es macht einfach Spaß.” Und: Schranz darf essen, “zwei Pizzen ohne Reue.” Seine Frau ist auch zufrieden. Ist er mal unausgeglichen, sagt sie nur: Geh laufen!”

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Der Berg ruft ihn immer wieder: Jörg Schranz beim Swiss Alpine Lauf 2006 in Davos. Heute hat er sich erneut einen “dicken Brocken” vorgenommen. Bilder: privat

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