yogis ultralaufblog 

TorTourdeRuhr 2014 als Besenrad ;-)

Geschrieben in Allgemein von yogi Montag Juni 9, 2014

Da ich die TorTour schon von Anfang an kenne und irgendwie bei jeder dabei war, ist das immer wieder was ganz besonderes für mich. Sicherlich würde ich die auch gerne mal wieder laufen aber meine momentane Form ist einfach viel zu schlecht dafür. Und trotzdem ist es dann ein ganz besonderes Erlebnis auch als Radbegleiter dabei zu sein. Da ich die Emotionen und Gedanken der anderen sehr gut nachvollziehen kann, ich stand ja selbst schon an der Ruhrquelle. Nur wird es mit jedem Jahr immer voller dort :-).
Schon früh hatte mich Wolfgang, der auf seinem 50. verkündet hatte er würde den Besenläufer machen, gefragt ob ich ihn begleiten würde. Klar, hab ich schon öfter gemacht und ich weiß was auf mich zukommt.
Meine Laufvorbereitung in 2014 war eher bescheiden und geradelt bin ich noch weniger. Aber schon 2012 bin ich ohne große Radvorbereitung als Begleiter von Betty unterwegs gewesen. Und auch das ging. Klar der Popo wird in den nächsten Tagen geschwollen sein und müde oder besser total im A… ist man auch, aber es hinterlässt bleibende emotionale Erinnerungen. Geschichten für die Enkel später ;-)

Und gerade aus diesem Grund hab ich mich darauf gefreut :-). Die Wochen vorher war ich schon ziemlich platt, hab einfach viel zu wenig für mich getan und war irgendwie immer nur unterwegs oder beschäftigt. Aber so ist das Leben manchmal. Freitags dann nur bis 18:00 Uhr arbeiten um dann nach Dortmund zu fahren um noch ein wenig Zeit mit Isabel zu verbringen :-). Und dann schellt morgens um 5:00 der Wecker :-( aber auch das gehört dazu. Und um kurz vor 6:00 Uhr wurde ich dann abgeholt. Ratz-Fatz waren wir an der Ruhrquelle. Der weg dorthin ist schön. Erinnert an Urlaub und so fühlte es sich auch an :-).

An der Ruhrquelle dann fleisiges Gewusel an allen Stellen. Ganz viele meiner netten Laufkollegen getroffen, mit denen man viele Geschichten erlebt hat mit denen man Bücher fühlen könnte. Man spürt den Spirit dieses Orts und dieser Veranstaltung. Und ich hoffe es wird noch viele davon geben, auch wenn ich weiß wieviel Arbeit und Mühe dahinter steckt. Hier nochmal meinen persönlichen Herzlichen Dank an die Organisatoren und die vielen fleisigen Helfer!

Wir sind dann ganz ruhig nach dem Feld gestartet und konnten das Sauerland und die Eindrücke richtig geniessen. Der Duft frisch gemähter Heuwiesen, die Feuchtigkeit im Wald, der Duft der Kiefern, Vögelgezwitscher: fast wie Urlaub :-). Das war auch der am häufigste benutze Satz (am Anfang). Wir haben den Weg einfach genossen. Genossen es tun zu können und es zu dürfen (auch wenn sich das jetzt verrückt anhört). Diese Eindrücke vergisst man nicht, die motivieren (und in dem Wort steckt fast Virus drin).

Kurz vor VP1 haben wir dann schon Läufer überholt, aber, obwohl ruhig unterwegs waren, waren wir viel zu früh dran. Also hatten wir Zeit für ein längere Pause. Und alle waren wieder vor uns weg :-)
Man hat schon früh gemerkt wie kräftig die Sonne war und noch werden wird. Auch hatten wir den Eindruck viele sind recht fix unterwegs (was sich ggf. später rächen könnte).

Nach dem VP gings dann wieder weiter auf die Strecke. Mal rauf, mal runter, Gerüche aufnehmen, Dinge sehen die mir bei den vorherigen Touren immer entgangen sind. Ich habs echt genossen, auch wenn die Steigungen mit dem Hänger ohne Radtraining sehr anstrengend waren.

Unterwegs haben wir dann immer wieder einzelne Läufer überholt, wurden zurück überholt usw. Man wußte immer wer in der Nähe war und hat gegenseitig auf sich geachtet. So ist das halt bei den Ultraläufen.

Das Salamibrötchen an VP1 hat Wolfgangs Magen dann zu schaffen gemacht, dazu noch die Sonne und eine nicht optimale Vorbereitung bei ihm. Ganz viel Ultraerfahrung helfen da auch nicht. Die ersten Gehpausen waren schon früh und wurden mehr, wir verloren Zeit. Es war schon früh absehbar, das wir die Cutoff-Zeit bei VP2 überschreiten würden. Den Mitläufern um uns rum gings ähnlich. Klar würden die länger den VP aufhalten, aber das Zeitminus bis zum Ziel wird ja immer größer und erfahrungsgemäß ist der zweite Tag der Härtere. Wenn dann schon im ersten Drittel einige Probleme auftreten, dann fängt der Läufer an zu grübeln. Und muss sich irgendwann entscheiden. Ca. 10km vor VP2 hat Wolfgang dann seine Liebste angerufen und sich den Heinweg organisiert. Was ich als Entscheidung absolut nachvollziehen kann und auch denke er hat richtig entschieden.

Und ich hatte dann 10km in sehr ruhigem Tempo Zeit meine weitere Vorgehensweise zu entscheiden. Ich wußte alle Läufer um mich rum und auch vor mir sind mit ihren Teams gut versorgt. Bis zum Rheinorange hätte ich auch locker radeln können, dann hätte mich dort Isabel mit meinem Auto abgeholt. Allerdings komme ich auf dem Weg an Dortmund-Aplerbeck quasi vorbei. Warum weiterradeln, wenn ich mit meiner Liebsten Zeit verbringen könnte? Und auch darauf hatte ich an diesem WE gefreut. Also bin ich von VP2 noch weiter die Ruhr entlang bis Fröndenberg. Hab noch viele Läufer vor uns getroffen, teilweise kurz gequatscht oder begleitet, hab es auch genossen mit dem fast leeren Hänger mal 30 zu fahren.

In Fröndenberg bin ich dann runter vom Ruhrtalradweg und hab mich per Google-Maps und Kopfhörer durch die Nacht navigieren lassen. Sowas hab ich auch noch nie gemacht. Sehr spannend aber sehr strange denn ich hab den kürzesten Weg, den Fusweg gewählt. D. h. ich wurde auch über allerkleinste Feldwege gelotst, die ich niemals zuvor gesehen habe. Dazu ging dann der Weg immer nur rauf und runter, ganz im Gegensatz zum Ruhrtalradweg. Und so hab ich dann mit kleinen Pausen fast 2 Stunden für 25km gebraucht. Wahrscheinlich waren auch die Beine und der Körper platt. Nach rund 16h im Sattel war ich dann am persönlichen Ziel, bei Isabel :-). Noch schnell das Rad ins Auto gepackt, geduscht und was gegessen. Dazu noch ein kühles Bierchen (was ich schon vorab geordert hattte ;-) ) um dann wie ein Stein in Isabels Armen einzuschlafen.

Es bleiben die schönen Erinnerungen dieses Tages von der TorTourdeRuhr 2014.

Meinen persönlichen Respekt all denen die sich aus Vernunft entschieden haben rauszugehen.

Und meinen Glückwunsch allen anderen Finishern!

Ich hoffe wir sehen uns 2016 wieder an der Ruhrquelle!

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