yogis ultralaufblog 

Ostseeman 2008 - der Bericht

Geschrieben in Allgemein von yogi Dienstag August 12, 2008

wird ja auch langsam Zeit, werden jetzt einige sagen. Aber Vorsicht! Ist etwas lang geworden.

Am Freitag morgen gings los. Am Vortag hatten wir schon alles zusammen gestellt, mußte nur noch alles ins Auto. Da einige nicht glauben wollten, das alles passt hab ich Fotos gemacht.

Die Fahrt verlief recht reibungslos, einige kleine Staus, ein wenig Regen; gegen 16:00 Uhr waren wir auf dem Campingplatz direkt an der Ostsee. Leider regnete es beim Zeltaufbau und auch später. Ein wenig später kam auch Jens und Julia, nebst Tochter und Freundin an und es wurde gemütlicher. Abendessen dann unterm Pavillion inkl. Bier und Wein. Urlaub halt! Außerdem waren um uns herum auch nur Teilnehmer des Ostseemans, also für Gesprächsstoff war gesorgt. Tenor: Mit so einem Rad würd ich mir das nicht zutrauen. Was haben die alle gegen mein Rad? Mit Hightech kann das doch jeder! Vielleicht sollte ich mir noch so ein langes Fähnchen zulegen (wie bei den Kinderrädern)? Später dann noch eine Runde spazieren inkl. Meerwasser testen (war garnicht so salzig).

Samstag morgen wars dann schön, frische Brötchen zum Frühstück, kein Stress, Urlaub halt (schon wieder, jetzt ist die Härte raus, doch ein Kindergeburtstag?)! Nach dem Frühstück sind wir dann los Richtung Ortsmitte, die Unterlagen holen und noch ein wenig einkaufen. Ein nettes Örtchen dieses Glücksburg inkl. Schloß (Foto vergessen). Danach Nummern anbringen ans Rad, an den Helm (muß ich ja auch noch abmachen) und wieder rüber zum Rad-Check-In, Helm nicht vergessen. Beim Einchecken war alles ok, außer dem Kommentar: “Da kommt einer mit nem Unimog.”
Die Ständer in der Wechselzone waren für Rennradreifen gemacht, fast hätte ich das Rad nicht dazwischen bekommen, dafür stand es dann bombenfest. Dann gings wieder zurück zum Campingplatz und eine Runde ans Meer. Es war schon Nachmittag, schön sonnig und die Ostsee hatte so 19,5° fast wie Urlaub ….
Jetzt nur noch die Kleiderbeutel (3!) packen und alles ist für morgen vorbereitet. 
Später dann zum Italiener zwecks Carboloading mittels runder belegter Teigfladen inkl. vergorenen Ackerfrüchten, lecker! Auf dem Rückweg ging schon die Sonne unter, postkartentauglich. Besser kann man die Stimmung nicht veranschaulichen. Von Aufregung vor dem Wettkampf war keine Spur. Früh gings ins Bett/Luftmatratze, denn morgen wird früh aufgestanden. Pünktlich dazu fing abends der Regen an. Und es regnete die ganze Nacht durch.

Sonntag 4:00 Uhr morgens
der Wecker klingelt! Der Tag wird lang. Und es regnet immer noch. Erstmal Kaffee kochen, duschen, cool bleiben. Das Leben auf dem Campingplatz beginnt. Aufgeregt bin ich eigentlich nicht, hoffentlich kommt später die Sonne raus. So um halb sechs gehen wir los in Richtung Wechselzone (ca. 1km direkt die Laufstrecke lang). Einchecken, Oberarm beschriften, Beutel (inkl. Brille) abgeben, wir sind viel zu früh dran. Langsam kommen immer mehr Teilnehmer, es wird voller. Erstmal den Neo überziehen un dann langsam zum Schwimmstart rüber gehen. Wer jetzt nochmal muss, hat ein wenig Arbeit vor sich. Am Wasserrand treffen wir meine Frau Gabi, die noch schnell Fotos macht. Ich hatte ihr ja vorher gesagt: Du erkennst uns an den schwarzen anzügen und den rosa Kappen ;-)
Eigentlich bin ich überhaupt nicht nervös. Man denkt garnicht drüber nach, das man jetzt so um die 13h unterwegs sein wird. Verrückt, oder? Kurz vor sieben gehen alle Teilnehmer so langsam Richtung Wasser. Der Strand und das Pier von Glücksburg ist mit Zuschauer gefüllt. Ganz schön viel los um kurz vor sieben. Musik läuft, die Stimmung steigt. Seit einer Weile regnet es auch nicht mehr.

Sonntag 7:00 Uhr morgens Schwimmstart
Kurz vorher beginnt der Countdown. 10, 9, 8, 7 ….3,2,1 (meins?). Ganz vorne Hektik, hinten wird ruhig in die Ostsee gegangen. Ist ja garnicht so kalt. Die Menschenmasse muß erstmal um den Pier herum, errst dann ist richtig Platz. Vorher kann man auch noch winken. Hinter dem Pier beginnt das Schwimmen, viele schwimmen Brust. Ich will ja Kraulen. Also los gehts. Irgendwie finde ich den Rhytmus nicht, die Brille beschlägt, das Wasser schmeckt salzig, nichts klappt. Wechsel zum Brustschwimmen, jetzt bin ich schon ziemlich weit hinten, kaum noch einer hinter mir. Das kann doch nicht sein! Nochmal Kraulen, es klappt irgendwie nicht. Ich denke drüber nach raus zu gehen, nach 500m hier aufhören? Nee, schwimm du Arsch. Die anderen neben dir schwimmen auch Brust und werden in der Zeiut bleiben, also los. OK, also Brust im eher schlechten Stil. Die Gleitphase viel zu kurz, die Bewegungen zu hektisch, die Brille beschlägt immer noch. Brille nach oben (sieht ja auch cooler aus) und schwimmen. Langsam merke ich, das selbst diese schlechte schwimmen immer noch schneller ist als die anderen um mich herum. Also mach erstmal die erste Runde und schau wie die Zeit ist. Die erste Runde klappt recht gut (ca. 50min, hab ja ne Uhr am Arm), also nur noch zu Ende schwimmen (reine Routine jetzt, der Kopf ist beruhigt). Quallen gibts GottseiDank kaum. Ich überhole auch noch Schwimmer, die kraulen. Dank des Kopfes über Wasser kann  ich alles sehen und schwimm auch nicht ZickZack. Zwischendurch schau ich mich auch immer mal wieder um, gerade an den Wendepunkten, es sind noch einige hinter mir. Auch die Küste Dänemarks ist einen Blick wert, jetzt einen Digicam, das wärs. Am Ende der zwieten Runde kraul ich auch wieder und hol  mir noch so den einen und anderen Platz. Jetzt gehts, das Wassergefühl ist da und der Rhytmus auch. Beim nächsten mal werd ich mich also vernünftig einschwimmen. Kurz vor 9:00 Uhr nach 1:47h komm ich aus dem Wasser. Die Beine des Neos sind durchs Brustschwimmen voll mit Wasser, das laufen ist eher ein Eiern. Die Zeit ist für diese Odysee TOP, die Laune steigt. Am Strand gibts ne Dusche gegen das Salzwasser, Helfer fragen nach der Nummer und reichen einem die Kleiderbeutel. Den Neo obenrum runter (mehr darf man erst im Zelt) und instinktiv läuft (nicht gehen) man dort hin. Der Hals ist vom Neo ganz wund, da muß ich nächstes mal auch was verbessern (Vaseline oder Tape). Das Umziehen geht recht schnell, die Helfer reisen einem die Sachen fast aus der Hand. Mittlerweile ist die Sonne rausgekommen und der Einteiler reicht zum Radfahren. Das Rad, der Unimog, ist schnell gefunden, auch weil nicht mehr soviele Räder hier stehen. Helm auf, Handschuhe an, raus aus der Wechselzone und los gehts.

ca. 9:00 Uhr morgens Wechsel aufs Rad
Erst ein Stückchen hoch und schon ist man auf der Radstrecke. RatzFatz steht eine 36 auf dem Tacho. Ruhig bleiben, noch sind ein paar Kilometer (ca. 179km). Erstmal die Strecke (30km Runde) anschauen und kennen lernen und dann den Rhytmus finden. Direkt am Anfang kommt eine lang gezogene Steigung, die Geschwindigkeit geht ganz schön runter. Das ich die ganze Zeit immer nur überholt werde muß ich ja nicht extra erwähnen, ich selber werde in den nächsten Stunden nur ganz wenige überholen, Hauptsache in der Zeit bleiben. Auf den Geraden steigt das Tempo dann ganz schnell wieder über 30, auf dem Tacho beobachte ich aber immer nur den Schnitt. Nach ca. 15km gibts nach einer Steigung die erste Versorgung (in der Wechselzone gabs auch schon salzfreies Wasser) jetzt hab ich alles was ich brauche. Die Radstrecke gefällt mir, landschaftlich schön (wenn man dafür ein Auge hat), abwechslungsreich. Kurz vor Glücksburg kommt dann auch noch ein Wendestrecke, hier kann man die anderen Fahrer sehen. Auch schön. In Glücksburg selber sind meiner Ansicht nach einige Mutkurven, man kann sie nicht einsehen, brettert ab der zweiten Runde trotzdem voll rein. Mein Tacho zeigte Vmax 49,8km/h (nicht schlecht für den Unimog) an. Und das Radfahren hat trotz der Anstrengungen Spaß gemacht. Steigungen werd ich aber für zukünftige Touren mehr üben müssen. Nach der ersten lag mein Schnitt bei 27,6 km/h, in der zweiten etwas niedriger, dritte und vierte in etwa gleich, danach ist er wieder ein wenig gesunken auf Letzendlich um die 26km/h. Allerdings fing es auch in der fünften Runde an zu regnen und die Strecke wurde leerer. Dafür kreuzt man dann als Radfahrer in Glücksburg die Läufer (aufpassen!). Nach der vierten Runde hab ich mir ausgerechnet, das ich locker unter dem Limit von 9:30h bleiben würde, vor dem Laufen hatte ich eh keine Angst, da hatte ich keine Zweifel. Also war mir da schon klar das ich Finishen würde, das war klar. Vorher hatte ich noch mit einer 8:30h (Schwimmen, Wechsel und Rad) geliebäugelt plus einem Marathon von 4:30h wärs dann in Richtung 13h ausgelaufen. Aber dieser Traum platzte schon beim Radfahren, ist ja auch nicht schlimm. Viele andere Radfahrer auf der Strecke sagten: Respekt, mit so einem Rad! Oder Mutig! Irgendwann werd ich mal den Vergleich haben, wenn ich den Unimog gegen einen Porsche austausche. Ich werds berichten. Zurück zur Strecke. Nach ca. 6:55h war ich wieder in der Wechselzone, also kurz vor der Kaffezeit.

ca. 16:00 Uhr Wechsel zum Laufen
Dieser Wechsel verlief schnell, ich mußte nur die nassen Schuhe und Strümpfe gegen trockene wechseln. Ohne Regen wärs noch schneller gewesen, dann hätte ich nicht mehr gewechselt. Beim Wechsel wird einem auch sofort das Rad abgenommen und man bekommt wieder einen Kleiderbeutel. Der Wechsel von Rad auf Lauf war auch problemlos, kein Eiern, garnichts. Ich war dierekt im Rhytmus drin und wußte, das ich unter 5h laufen werde. Die Laufstrecke war auch sehr schön, die Versorgung optimal, das Wetter trocken, die Zuschauer super. Im Kopf bin ich nur 5 Runden gelaufen, alle relativ gleichmäßig +/- 1Minute, Routine halt. Viele andere mußten sich quälen. Je länger ich unterwegs war, desto mehr hab ich überholt. Aber das war ja klar. Anfang der dritten Runde hab ich dann Jens zum erstenmal wieder gesehen, er war auf der letzten Runde, ein wenig schneller wie immer. Nach der dritten Runde hab ich dann schon Bescheid gesagt, das ich nach 13:45h im Ziel sein werde und ein Bier bestellt. Nach 13:50:36h wars dann soweit.

20:50 Uhr im Ziel
Endlich! Eigentlich recht unspektakulär. Wenig Emotionen, leider! Mir war auch immer klar, das ich finishen würde. Außer vielleicht morgens beim Schwimmen am Anfang, da hat mir meine Wettkampferfahrung und mein gesundes Ego geholfen.

Fazit
Mir hats total Spaß gemacht. Auch wenn es ein wenig länger dauert. Ein Ironman ist abwechslungsreicher als ein 100er, aber schlecht vergleichbar. Durch die verschiedenen Disziplinen kurzweiliger. Bliebe die Frage im Umkehrschluß: Ist ein 100er langweilig? Nein.

Die Veranstaltung ist perfekt organisiert, als Neuling kann man hier fast nichts falsch machen, überall wird einem motiviert geholfen. Der ganze Ort steht voll und ganz hinter dieser Veranstaltung, da steckt Herzblut drin. Das Preis-Leistungsverhältnis ist super. In Verbindung mit Übernachtungen auf dem Campingplatz wird die ganze Sache richtig rund und stressfrei. Die Laufstrecke (ca. KM1) geht direkt durch den Campingplatz, auch dort steht ein Moderator. Ich hab überhaupt nichts zu meckern, sondern kann diese ganze Veranstaltung nur absolut empfehlen. Ich glaube ich war nicht das Letzte mal dort, den nächsten Ironman mach ich ja im September.

Und natürlich: Einen ganz lieben Dank für all die Glückwünsche/ Kommentare etc. überall.

Kommentare »

  1. Hey Jogi!
    Klasse Bericht und noch bessere Leistung. Großen Respekt dafür.
    Viele Grüße,
    Nils

    Trackback von Nils 12. August 2008 19:29

Einen Kommentar hinterlassen


RSS-Feed für Kommentare zu diesem Artikel. TrackBack URI