Gewichtsschwankungen
Ich will mal ein Thema aufgreifen was auch bei derWesten.de als Frage gestellt wurde. Kurzfristige Gewichtszunahme nach dem Laufen. Der Artikel dazu:
http://www.derwesten.de/nachrichten/sport/laufen
Sehr geehrter Herr Schubert! Ich jogge bereits seit vielen Jahren und habe beobachtet, dass ich am nächsten Tag, wenn ich am Vortag joggen war, immer zugenommen habe. Nach einer Trainingspause von zwei Tagen ist das Gewicht wieder weg. Woran liegt das? Es frustet nämlich sehr, wenn man am Vortag eine Stunde joggen war und am nächsten Tag gleich 800 Gramm mehr wiegt. Tamara Baernthaler
Dr. Joachim Schubert: Ihr Problem ist sehr ungewöhnlich und so aus der Ferne nicht zu beantworten. Kurzfristige Gewichtszunahme kann eigentlich nur durch Wassereinlagerung erklärt werden. Sie sollten überprüfen, ob nach dem Laufen die Beine anschwellen, Sie sollten darauf achten, ob Sie mehr oder weniger häufig Wasser lassen müssen. Überprüfen Sie auch, ob Sie nach dem Sport mehr Kalorien zu sich nehmen als üblich, man überschätzt häufig die Menge der verbrannten Kalorien durch das Laufen. Im Grunde sollten Sie einen Internisten oder Sportmediziner aufsuchen.
Nun ganz ehrlich, ich finde das nicht sehr ungewöhnlich. Das hab ich fast nach jedem langen Lauf bzw. Marathon. Durch meine hohen Schwitzverluste verlier ich während des Laufs sehr viel Wassser, das ich nach dem Lauf wieder ausgleiche. In den nächsten 2 Tagen nach dem Lauf steigt das Gewicht um bis zu 2kg an um danach unter das Ausgangsgewicht zu sinken. Ich denke es hängt damit zusammen, das der Körper versucht Reserven für die nächste gleiche Anstrengung zu machen. Es handelt sich ja hier auch nur um Wasser und nicht um Fett, das wäre schlimmer. Es ist auch durchaus möglich das durch die Anstrengung die Muskeln in den nächsten Tagen vergrößert sind.
Um mal ein paar Zahlen zu nennen: heute morgen bin ich 24km gelaufen mit einem Schnitt von 6:07 bei 139 Durchschnitts-Puls. Nach dem Lauf war ich (bei ca. 9°C außen) 2,9kg leichter, also deutlich über der 3% Wasserverlustgrenze (für relativ untrainierte: bitte nicht nachmachen, das könnte zum Kreislaufzusammenbruch führen!). Bei dieser Grenze merke ich aber deutlich am Ende einen Leistungsverlust. Der Durst danach ist unbeschreiblich.
Beim Radeln auf der Rolle letzte Woche hatte ich nach 50km in ca. 1:20h einen Gewichtsverlust von 1,8kg.
Ich krieg dann immer einen Hals wenn die Experten schreiben man kann nur 0,6ltr pro Stunde trinken. Dann wär ich bei jedem Ultra wegen Dehydrierung gestorben. Das heißt aber nicht das jeder viel trinken muss. Der Mensch ist ein Individium, der eine schwitzt viel der andere total wenig. Meine Empfehlung: vor einem langen Lauf wiegen, am besten ohne Sachen. Nach dem Lauf wieder wiegen (auch ohne Sachen, denn nassgeschitzte Sachen sind schwer). Die Differenz zwischen vorher und nachher plus das, was unterwegs getrunken wurde, wäre die optimale Menge. Dabei kann diese Menge bei ein und derselben Person schwanken je nach Intensität und Länge des Laufs und natürlich auch anhand des Wetters.
Ich persönlich bin mal bei einem 12h-Lauf weit über 20ltr. gekommen ohne Wasser lassen zu müssen. Ich habe erstens vom Magen her alles aufgenommen und zweitens alles wieder ausgeschwitzt.
Oder andersrum: ich hätte heute 3ltr. mitnehmen müssen :-). 4 Flaschen a 0,75ltr. Hammer oder?
Deshalb hab ich enorme Probleme bei Läufen mit wenig Getränkeversorgung. Hat man einmal zuviel Wasser verloren, ist der Ausgleich im Wettkampf sehr schwer. Deshalb wird auch immer empfohlen bei einem Marathon von Anfang an gleichmässig zu trinken.
An ganz extremen Tagen liegen meine Gewichtschwankungen bis zu 6kg, da ich nach dem Lauf auch in der Lage bin extrem wieder aufzufüllen
Das ist das schöne am Ausdauersport. Wenn man 4000kcal durchs Laufen verliert, darf man anschließend auch mit 2 Pizzen a 1000kcal wieder auffüllen ![]()










Gewichtschwankungen sind sind echt normal. Ich kann das auch so bestätigen. Ich kann sogar noch dazu ergänzen das bei Frauen da ja immer Schwankungen durch den Hormonhaushalt vor kommen.
Grüße aus Essen,
Uhrwerk
Trackback von Uhrwerk 9. April 2009 13:55
Interessante Beobachtungen! SO genau habe ich das noch nie betrachtet.
Trackback von Hannes 9. April 2009 14:24
@Diane: da bin ich ja nicht alleine. Die weiblichen Schwankungen hab ich allerdings nicht
@Hannes: wenn man bei richtig langen Läufen an die Grenzen geht ist es schon wichtig wie man wieder in die Gänge kommt.
Aber so wichtig ist das jetzt auch nicht unbedingt. Ich ernähre mich nicht nach der Waage, ich achte höchstens drauf nicht zuviel nach einem Lauf zu verlieren. Irgendwann gehts dann ja auch an die Gesundheit und damit spaßt man nicht.
Grüße aus Oberhausen, Yogi
Trackback von yogi 9. April 2009 14:44
Ich habe auch den Eindruck, dass diese 0,5-0,6 l/h doch sehr vorsichtig angegeben sind. Ich vertrage vom Magen her auch mehr und als relativ schwerer (und ebenfalls stark transpirierender) Läufer brauche ich wohl auch mehr. Im Zweifel hilft nur vorsichtiges herantasten und auf den eigenen Körper hören…
Trackback von der ewige Anfänger 10. April 2009 11:37
Genau deshalb mache ich Ausdauersport. Man muss sich nicht so beim Essen zurückhalten.
Da ich beim Sport auch immer extrem Schwitze habe ich ähnliche Probleme beim Laufen wenn ich keine ausreichende Flüssigkeit zu mir nehme.
Aber es gibt natürlich auch Ausnahmen! Ich denke das muss jeder für sich selbst heraus finden.
Gruß Gerd
Trackback von Gerd 10. April 2009 16:15
@der ewige Anfänger: es gibt leider Leute/Läufer alles so machen wie es in den Laufzeitschriften oder Lektüre steht. Ein wenig auf den eigenen Körper hören und vorsichtig rantasten ist eine gute Methode. Genau deshalb schreib ich hier ja auch das es andere gibt.
@Gerd: du bist ja auch ein Geniesser, sowohl beim Laufen als auch beim Essen und Trinken, so wie ich. Jeder muss sich mit eingeschalteten Verstand vorsichtig an die Grenzen herantasten. Dabei helfen dann auch Erfahrungsberichte von anderen, so wie euch.
Grüße aus Oberhausen, Yogi
Trackback von yogi 10. April 2009 18:34
Salu Yogi,
der Bericht hätte von mir sein können. Sehr nett geschrieben…Da ich auch immer sehr viel schwitze kann ich über so einen Experten-Dr.Schubert-rat nur lachen…was ich nach nem lauf alles trinke um mein wasserdefizit auszugleichen ist schon heftig & ja…wenn’s ne schlechte getränkeverpflegung gibt fluche ich auch immer….mal sehen wie es gleich wird…ein kleiner HM vor meiner Haustüre…aber für nen HM braucht man ja eigentlich nichts…außer er startet erst um 15.30…mal schauen…;-))
Trackback von Birger 11. April 2009 08:30
Nun die 0,5-06l hab ich vom Dr.Schubert noch nicht gehört. Die meisten Sachen von Dr. Schubert haben schon Hand und Fuß. Aber anscheinend gibts ja doch mehr Läufer so wie mich, die viel schwitzen und daher auch viel trinken müssen. Selbst bei einem HM versuch 1-2 Becher Wasser zu erhaschen wenns auf Zeit geht.
Grüße aus Oberhausen, Yogi
Trackback von yogi 11. April 2009 11:28
> Ich persönlich bin mal bei einem 12h-Lauf weit über 20ltr. gekommen
Du Kamel…
Zwinkernde Grüße aus Hagen
Stefan
Trackback von Stefan ("Lauflöwe") 17. April 2009 09:24
[...] alles ganz genau wissen. Und als ich kürzlich in yogis ultralaufblog den Artikel über Gewichtsschwankungen las, beschloss ich, meinen eigenen Wasserverlust während das Laufens einmal zu untersuchen. [...]
Pingback von Noch ein Selbstversuch « Semper Tiro 15. April 2009 21:23