yogis ultralaufblog 

Rhein-Ruhr-Marathon Duisburg 2011

Geschrieben in Allgemein von yogi Montag Mai 30, 2011

… oder die Freuden des Pacemakers :-)

Aber erstmal muß ich weiter ausholen: am 06.06.2004 bin ich hier den ersten Marathon gelaufen und daher habe ich einen besonderen Bezug zu Duisburg. In den letzten beiden Jahren bin ich schon als BruZl für 5:00h unterwegs gewesen. So langsam zu laufen fällt mir schon schwer. Diesmal kam dann noch Rücken eine Woche vorher hinzu und der erste Teil des Jahres war ja für mich persönlich auch nicht so gut. Viele mentale Tiefs, aber das Leben geht weiter. Rücken hat sich dann am Montag vor dem Marathon langsam eingelenkt. Die Woche war somit mit Schwimmen, Laufen und Radeln schön zu. Und ein persönliches Highlight am Donnerstag.

In 2011 sollte es der 10. Marathon werde und der 102. gesamt. Ist schon verrückt. Aber hier wo alles begann, hab ich auch den Spaß wieder gefunden. Diesmal hatten wir viele Begleiter: Erstmarathonis, Wiederholungstäter und erfahrene Hasen. Die Gruppe blieb sehr lange groß, viele haben wir nicht verloren (das ist leider so) und um jeden Erstmarathoni gekämpft. Es macht Spaß den Läufern auf den letzten KM noch mal gute Gedanken zu machen. Mit den richtigen Worten Bilder in den Kopf zu setzen. Meistens kann man dann sehen wie die Mundwinkel nach oben geht, das Tempo wieder leicht anzieht. Spätestens im Ziel weiß man warum man gelaufen ist. Diesmal haben sich einige Läufer auf den letzten KM nach vorne abgesetzt! Wie geil ist das denn? Mein persönlicher Ehrgeiz ist ja immer so knapp wie möglich rein zu kommen, noch den letzten unter die (Netto-)Ziel-Zeit zu bringen. Mit 21sec drunter passte das ja auch wieder. Aber diesmal hat es irgendwie totalen Spaß gemacht. Und das lag auch an unseren netten Mitläufern, die uns vor allem im Ziel so viel Freude bereitet haben. Einer Dame konnten man die Emotionen so ansehen. Sie hat geschrien vor Freude im Ziel. Ich hatte eine Gänsehaut nach der Umarmung. Das sind die Momente an denen man wieder erlebt was der Mythos Marathon ist. Das ist geil, das macht Spaß, das ist Motivation für die nächsten Läufe. Wenn man so viele Marathonläufe macht, dann vergisst man das schon mal. Jetzt ist es wieder da, Danke dafür!

Düsseldorf Marathon 2011

Geschrieben in Allgemein von yogi Montag Mai 9, 2011

Tja, wo fang ich an. Einerseits wollte ich diesen laufen um wieder in die Wertung für den Rhineland-Champion zu kommen. Aber der Hauptgrund war die Begleitung von Kerstin mit dem Ziel eine persönliche Bestzeit zu laufen. Wir sind ja schon wochenlang vorher zusammen gelaufen, einige kurze schnelle aber vor allem die langen im richtigem ruhigen Tempo um die Ausdauer zu verbessern. So kannte ich auch Kerstins Stärken und Schwächen, das ist immer einfacher wenn man jemand zur Bestzeit pushen will/soll.

Das Training hat prima geklappt, die Ausdauer gut, auch die Zuversicht und Einstellung von Kerstin richtig. Also alle Zeichen waren gut und auf eine mögliche Zielzeit von 4:30 ausgerichtet.

Und dann? Dann kam die Wettervorhersage für das Marathon-WE. Toll das wärmste WE des Jahres wurde angesagt. Na prima :-(
Was also tun? Verschieben, so wie ihr das einige geraten haben? Nee, is was für Warmduscher.
Einfach die Ziele aufgeben? Nee, wir haben wochenlang dafür trainiert und sind gut vorbereitet. Also ein wenig die Strategie anpassen, sich in den Lauf reinfühlen und den Rythmus finden. Daher sind wir auch nicht mit den 4:30er Trüppchen gestartet, sondern dahinter. Uns war beiden klar, dass unter diesen Bedingungen diese Zeit sehr schwierig wird. Die Wärme würde locker 10-15min kosten.

Und wir haben sehr schnell unseren Rythmus gefunden. Lauftempo zwischen 6:20 und 6:30, jede Versorgung und jede Dusche mitgenommen. Ohne das wär es auch nicht gegangen. Immer wieder ein bis zwei Becher Wasser über den Kopf zum kühlen. Denn Kerstin ist keine Hitzeläuferin, ihr macht die Hitze enorm zu schaffen. Trotzdem ist über den gesamten Zeitraum fast das Lauftempo konstant geblieben. Die Zeit haben wir an den Versorgungsstationen verloren, aber ohne diese gut genutze Zeit, wäre das Endergebnis viel schlechter geworden. Kerstin hat sogar unterwegs die Stimmung genossen und hatte Spaß. Und zwischendurch kam dann der Satz: “Ich schaff das!” Yes!

Ich muß zugeben die Wärme war hart. Und wenn man dann im Nachhinein die Berichte der anderen hört und liest: es sind ganz viele eingebrochen und mußten Zeit auf der Strecke lassen. Da ging es uns recht gut. Den HM haben wir bei 2:20h passiert, aber die 2. Hälfte würde schwieriger werden. Der Magen von Kerstin mußte schon einige Liter an Flüssigkeit verpacken, dazu noch die Temperatur und die Belastung des Marathons an sich. Durch kleinere körperliche und mentale Tiefs sind wir wunderbar durchgekommen. Als wir bei KM 40 dann noch rund 20 Minuten hatten auf die alte PB, kam nochmal ein Schub. Und als ich Kerstin bei der Markierung “Nur noch 1 KM!” sagte sie hätte 6:30min Zeit um unter 4:50 zu bleiben mobilisierte sie alle Kräfte. Ok, als sie das Ziel sah, sah es weit weg aus. Aber sie hat alles gegeben. Letztendlich sind wir den letzten KM in 6:10 gelaufen und somit deutlich unter 4:50 (gestoppte 4:49:39 +/- 1sec). Endergebnis 4:49:36 :-)

Fazit: das ganze Training hat sich gelohnt. Lauftempo, Ausdauer, Einstellung und auch die Fähigkeit sich durchzubeissen bzw. sich zu quälen: alles deutlich besser geworden. Da geht noch einiges mehr und bei frühlingshafteren Temperaturen wäre es viel einfacher gewesen. Aber das Leben ist kein Ponyhof. Und wer unter solchen Bedingungen eine PB läuft verdient RESPEKT.

Zur Veranstaltung: der Düsseldorf-Marathon ist Top. Gute Orga, gute Strecke, viele Zuschauer und vor allem auch bei einer solchen Hitzeschlacht ausreichende Versorgung. Meine Empfehlung!

Der 100. Marathon ist geschafft!

Geschrieben in Allgemein von yogi Sonntag Mai 1, 2011

Und jetzt?

Irgendwie stellt sich das jeder wahrscheinlich anders vor. Denkt das muß sich doch total verrückt anfühlen. Ich weiß es noch garnicht. Er hatte ja im Vorfeld schon recht wenig Bedeutung für mich. Es ist was, was zwangsläufig passieren mußte, so wie 10.000mal Zähneputzen. Aber darüber schreibt ja auch keiner. Auch sind ggf. meine persönlichen Umstände im Moment nicht so optimal.

Es war auch ein arbeitreicher Tag. Früh aufstehen, dann schon früh mit dem Aufbau beginnen. Eine normale Marathonvorbereitung sieht anders aus. Die vielen Läufer und die positiven (und auch sehr persönlichen) Gespräche waren sehr schön. Das motiviert, tut richtig gut, macht Spaß, bringt das Grinsen ins Gesicht. Die Erfolge der andern zu sehen, das Wachsen über sich hinaus, ja das freut mich.

Selber hab ich mich irgendwie über die 42km gequält, auch wenn ich zwischenzeitlich fix unterwegs war. Wollte auch irgendwie die etwas über 21 Runden hinter mich bringen. Mußte auch immer wieder unterbrechen, hab keinen Rhythmus gefunden. Den Kopf voller Dinge (die man zum Laufen nicht braucht). Und war froh als ich die Runden voll hatte. Und meine Form für lange Strecken, also mehr als Marathon, lässt irgendwie im Moment zu wünschen übrig. Aber was solls. Es gibt wichtigeres im Leben.

Ich will auch jetzt hier garnicht über den KulturRun schreiben, denn der war Klasse. Es geht mehr um meine ganz persönlichen Emotionen. Die hab ich nicht gezeigt, vielleicht waren sie auch nicht da? Oder ich bin enttäuscht weil ich nicht mehr KM gemacht habe? Oder, oder, oder? Ich weiß es nicht. Heute bin ich sehr emotional, kann es aber nicht richtig einordnen. Oder auch zu viel Stress in den letzten Tagen und Wochen?

Na ja, nächstes WE ist der Düsseldorf Marathon. Da kann ich dann hoffentlich entspannter an den Start gehen. Und ggf. brechen dann im Ziel die ganzen Emotionen raus. Eigentlich wäre es richtig.