Jo, der Bericht kommt spät, hat aber auch seinen Grund. Erstens war diese Woche viel zu tun und Zweitens war das echt nicht mein Lauf.
Aber zu Bottrop: mit dem Wetter hatten wir echt Glück, das zeigte sich nach dem Vortag überraschend schön. Was noch sehr schön war: man trifft (gefühlte) 1000 Bekannte und das macht Spaß. Während dem Lauf an den Pendelstrecken immer schön grüßen :-). Ich wollte ja versuchen unter meiner Zeit vom Vorjahr (4:42) zu bleiben. Dabei war geplant die erste Runde nicht ganz so schnell wie im Vorjahr zu laufen. Das hat auch die ersten 20km sehr gut hingehauen. Gut manchen KM bin ich unter 5:30 gelaufen, aber dann war gerade Gefälle und es fühlte sich richtig an. Hab in der ersten Hälfte auch nicht gepuscht, eigentlich war alles ok. Am Ende der ersten Runde und vor allem an den Steigungen der Brücke merkte ich schon, dass die Beine nicht mehr so locker waren. Aber die Zeit der ersten Runde war mit 2:18:xx und knapp über dem 5:30er Schnitt ok.
Aber auf dern ersten KM der zweiten Runde liess das Tempo schon nach und der obere Bereich der Oberschenkel immer härter. Die Muskeln dort waren irgendwie verspannt. Die Ursache lag sicherlich am Lauf vom letzten WE in den Weinbergen. Dort bin ich für bergiges Gelände und in Anbetracht für Bottrop wohl nicht langsam genug gelaufen. Und genau diese Muskeln hatte ich nach dem lauf in der Vorwoche schon gespürt. Ich lauf halt sehr selten Berge. Dann kommt auch noch hinzu, ich war ca. 4,5kg schwerer als im Vorjahr. Und: ich hab zwar viele Marathonläufe in letzter Zeit gemacht, aber wenig ruhige lange Läufe. Und jetzt kam die Quittung. Tja was macht man? Die Zeit würde ich nicht verbessern, das wußte ich schon bei KM 30. Und die Beine wurden immer härter. Kenn ich garnicht sowas. Aufgeben? Nee, dann fehlt mir noch ein Lauf bis zum 100. Marathon. Also “einfach” das Ding zu Ende bringen. Na ja, und unter 5h bleiben. Soviel Ehrgeiz war noch da. Das wird dann immer noch meine 2.schnellste Zeit auf 50km.
Aber die 20km zogen sich. Der Schnitt pendelte sich knapp unter 6:30 ein. Tausend Läufer überholten mich. Immer wieder mußte ich kurze Gehpausen machen um die Muskeln zu lockern. Auf diesen 20km kam mir echt meine Erfahrung zu gute. Beim 91. Marathon sollte man auch schon wissen, wie man das Ding nach Hause bringt. Und dieses mal hatte ich mir sogar extra Gels und Riegel eingepackt, die ich nur zur Hälfte brauchte. KM für KM kam ich dem Ziel näher, aber Spaß gemacht hat es nicht. Es war eher eine Qual.
KM 49: noch 6:15min bis zum Ziel. Na, toll und das bei einem 6:30 Schnitt! Wenn ich also unter 5:00h bleiben wollte, dann mußte ich jetzt die Beine nochmal in die Hand nehmen. DIE Beine, die eh schon weh taten. ARGGHHH. Habs trotzdem gemacht und war nach 4:59:30 (oder so) im Ziel. Also um die 5:45 für den letzten KM. Also geht doch.
Trotzdem wollte ich danach einfach nur nach Hause. Heiß duschen und auf die Couch. Deswegen bin ich auch recht zügig abgehauen. Also voll verkackt in Bottrop. Na es gibt Schlimmeres.
Durch die viele Arbeit konnte ich auch schnell den Lauf vergessen. Und gestern dann auch nur kurze 7,2km auf dem Laufband gelaufen. Aber ab jetzt wird wieder mehr gelaufen, auch mehr ruhige Einheiten und der Unimog kommt auch wieder auf die Rolle. Denn nächstes Jahr stehen bestimmt wieder einige Triathlons an. Und den Kampf gegen die Waage nehme ich auch auf.
Und mit jedem Marathon geht es stetig auf den 100. Marathon zu. Was für ein Irrsinn!!! Den möchte ich mit ganz vielen Läufern/innen und Freunden/innen beim Kultur-Run geniessen. Und gleichzeitig dabei auch mindestens 100KM laufen. Wenn dabei noch viel Spenden für die gute Sache zusammen kommen, dann wirds noch schöner. Das würde dem 100. noch einen Sinn verpassen.