yogis ultralaufblog 

Cologne Triathlon Weekend 2010

Geschrieben in Allgemein von yogi Montag September 6, 2010

Ein sehr ungewöhnliches WE. Gedanklich war ich ja eigentlich nicht bei der Sache. Und gut vorbereitet sicherlich auch nicht. Wegen der Gedanken aber auch wegen der Vorbereitung auf die langen Laufwettkämpfe (TTdR und 48h-Lauf inkl. der 24er). Schwimmen und Radfahren ist also viel zu kurz gekommen.

Das Wetter am Samstag und die Stimmung am See haben meine Laune spürbar besser werden lassen. Eine gewisse Lust war schon da. Beim Schwimmen hab ich mich wieder aus dem Getümmel rausgehalten, das Radfahren hat mehr Spaß gemacht, obwohl das Tempo und die Spritzigkeit nicht da war. Beim Laufen liefs es gut. So war das Ergebnis nicht verwunderlich: Schwimmen ein paar Sekunden langsamer, Radeln auch und Laufen schneller als im Vorjahr. Letztendlich ca. 25 sek langsamer als 2009. Aber bei der Vorbereitung ein super Ergebnis.

Abends kriegte ich dann Fieber und Kopfschmerzen, das hatte ich am Mittwoch nach dem Lauf auch. Habs mit Tabletten bekämpf, kaum geschlafen und bis kurz vor dem Weckerschellen einen Start ausgeschlossen. Denn die Kopfschmerzen wurden nicht besser. Nach dem Kaffee und Frühstück hab ich dann immer noch gezweifelt, aber trotzdem meine Sachen gepackt und bin hingefahren. Auch als ich da war und in der Wechselszone stand, hatte ich immer noch Zweifel ob das richtig ist. Ich hatte das Gefühl, wenn ich gleich ins Wasser gehe, dann fang ich an zu frieren. So wie bei einer Erkältung. Wenn dem so wäre, dann könnte ich immer noch nach dem Schwimmen abbrechen und mich warm einpacken. Was ein Denkfehler war, da die trockenen Sachen im Beutel unterwegs zu Ziel waren.

Was hat mich überhaupt angetrieben? Ich bin der Einzige der bei allen drei Extreme+ Veranstaltungen dabei war und ich wollte auch der Einzige werden, der alle drei finisht.  Meine Zeit war mir, auch oder gerade wegen der momentanen Umstände, egal. Für dieses Ziel müßte ich nur finishen, also Ruhe bewahren und irgendwie gesund ins Ziel kommen um diese Serie zu erhalten. Klaudia von den Raketen, die den Startplatz über Team Erdinger bekommen hat, hat dann morgens einen sehr unmotivierten und extrem unlustigen Yogi erlebt (leider! sorry!).

Auf dem ersten KM beim schwimmen hab ich noch viel zu viel gegrübelt und bin unkonzentriert geschwommen. Nach und nach hab ich dann die Gedanken verdrängt und ich kam nach und nach rein in den Wettkampf. Ich war überrascht als ich an der Wendeboje eine 43er Zeit hatte. Ich hatte mit einer 45 oder 46 gerechnet. Hochgerechnet würde diese Zeit eine 1:26 bedeuten. Ja, ich rechne immer die Hälfte mal 2, denn meistens werd ich auf der 2. Hälfte schneller. Und so kam es auch. Nach 2,5km fand ich den Rhythmus. Die Züge wurden ruhiger, länger und kräftiger. Ich kam ins gleiten und nach 1:25:50 aus dem Wasser. Meine schnellste Zeit in Köln und die 3. schnellste Zeit überhaupt und das mit dem Training und den Gedanken. Tsss.

Mittlerweile schien auch die Sonne, aber es war noch kühl. Die Radstrecke kannte ich und das Umziehen gebummelte Routine, auch wegen dem Schwindeln im Kopf (hab ich immer in Köln). Ziel war es beim Radfahren einen 30er Schnitt hinzukriegen und vor allem nicht zu überziehen und den rechten Fuß zu schonen. Ich wollte nicht wie in Hannover alles gut hinlegen und dann aussteigen. Also mit Ruhe an die 180km ran. Komisch ich habe die Distanz nie als solche empfunden. Für mich wars nur die Anfahrt nach Köln und dann drei Radrunden. Mehr nicht. Ich hatte auch nur den Schnitt auf dem Tacho im Blick und der kletterte zwischen zeitlich auf über 32 an. Naja, so dachte ich mir das wird ne gute Radzeit, obwohl ich in diesem Jahr außer in Hannover nicht einmal über 100km geradelt bin. Das ist verrückt. Die Radrunden liefen gut, kaum Wind, die Sonne schien, aber es war trotzdem ganz schön kühl. Am Ende der 2.ten Radrunde wurde ich ein wenig langsamer, denn da war ich ja auch schon jenseits der 100er Marke. Trotzdem hab ich eigentlich die ganze Zeit überholt. Klaudia hab ich immer an den Wendepunkten gesehen, aber richtig näher kam ich ihr nicht. Also lief es gut bei ihr :-). Zwischendurch hab ich in mich reingehorcht, was der Fuß sagte. Ich merkte ihn, hatte aber keine Bedenken das ich nicht laufen könnte. Während dem Radfahren hatte der Wettkampf-Yogi die Kontrolle über die Gedanken übernommen und verdrängte alles Negative und das war gut so.

Ich hab mir vorsichtshalber wegen der Kopfschmerzen noch Tabletten in das Radzeug gepackt. Aber gebraucht habe ich sie nicht. Komischer Infekt. Andere würden sicherlich sagen: wie kann man mit einem Infekt auf solch eine Distanz gehen? Das Risiko das sich der Herzmuskel entzündet besteht doch. Die Bedenkenträger haben sicherlich recht. Es besteht ein Risiko. Ich habe auf mein Bauchgefühl gehört und natürlich auch auf den Verstand und meine Erfahrung benutzt. Letztendlich war die Entscheidung richtig. Aber ich wäre auch rausgegangen, wenn es anders verlaufen wäre.

Der 2. Wechsel lief problemlos, nach dem Abstieg vom Rad konnte ich sofort laufen und ich merkte den Fuß nur leicht. Die Radzeit war sehr gut und eine Bestzeit mit 5:45. Verrückt oder? Genau umgekehrt zum Vortag. Ich kam schnell in den Laufrhythmus und fühlte mich gut. Ok, alle rannten an mir vorbei aber was solls. Obwohl ich die ersten KM so um die 5:50 gelaufen bin. Nach ca. 7km wurde das Tempo aber langsamer und ging Richtung 6:20-6:25. Ich träumte von einer neuen PB aber hatte nicht wirklich den Biss alles dafür zu tun. Ich wollte mich wohlfühlen und das Ding ruhig zu Ende bringen. Obwohl ich beim Laufen ja eigentlich am meisten KM gemacht habe, aber so richtig hat kein Laufwettkampf nach der TTdR mehr geklappt. Und richtig lange Läufe hab ich den Sommer über nicht gemacht. Eher meine Zeit genossen, was sicherlich auch wichtig ist.

In der zweiten Laufrunde fing ich dann an zwischendurch mal zu gehen um die Atmung und den Kreislauf zu beruhigen. Ich fand dann einen Laufrhythmus so um die 6:50, der nicht anstrengend war und mich sicher mit der ganzen Lauferfahrung ins Ziel bringen würde. Nur das Laufen über die Deutzer Brücke (8mal :-( ) hat mich immer wieder aus den Rhythmus gebracht. Nach einiger Zeit wußte ich auch, das ich über12h brauchen würde und hab mir keinen Stress gemacht. Wofür auch? Mein Ziel die Extreme+ zum 3. mal zu finischen würde ich erreichen und das mit der 2.besten IM-Zeit. Also worüber sich nicht freuen und vor allem nicht unter diesen Umständen? Lief doch alles perfekt. Im Gegenteil: welche Zeit würde möglich sein, wenn ich mich mal richtig auf einen IM vorbereite? Da geht doch noch einiges. Meine beste Radzeit fast ohne Training! Nee, ich war wirklich zufrienden und bin es immer noch. Nach 12:13 oder so (hab noch nicht mal draufgeschaut) war ich dann zum 3. mal im Ziel. Recht unspektakulär. Auf mich wartet ja auch keiner im Ziel, ist ja schon mehr ein Routinewettkampf. Schade, so manches Gesicht hätte ich sehr gerne gesehen und mich darüber gefreut.

Klaudia hatte den Lauf ihres Lebens. Ich hab sie ja immer beim Laufen gesehen, sie war zwar sehr verbissen (so ist sie ja halt, ein wenig ehrgeizig :-)) und der Abstand zu mir wurde immer größer. So war sie nach sensationellen 11:09h als 12. Frau im Ziel. Glückwunsch, super gemacht.

Ich muß jetzt diese Woche den rechten Fuß ein wenig schonen, da er im Bereich der Sehnen wieder ein wenig schmerzt. Und am nächsten WE lauf ich dann beim Münster-Marathon mit. Ziele? Wer weiß? Jeder Tag ist ja eine neue Herausforderung und bringt neue Dinge mit sich. Wer weiß wie sich meine Ziele für den Münster-Marathon in einer Woche verändern? Als ich letztes mal in Münster war, vor 2 Jahren, da hatte ich eigentlich keine Lust. Aber die Zusage als Hase für Regina zu laufen, hat mich starten lassen und letztendlich wurde es schön und eine PB für Regina. Und dieses Jahr? Richtig Lust hab ich noch nicht, aber irgendwie freu ich mich drauf mal “nur” einen Marathon zu laufen.