yogis ultralaufblog 

Eis Age in Bad Berleburg

Geschrieben in Allgemein von yogi Montag Dezember 14, 2009

das war für mich ein kühles Wochenende. Freitag hab ich schon alles zusammen gepackt, weils ja am Samstag schon um kurz nach 6 losging. Von OB bis Bad Berleburg sind rund 175km und die letzten 55km gehts nur noch über die Dörfer durchs Sauerland. Ich hatte auf der Hinfahrt schon Spaß wie Bolle als ich die leicht weißen Hügel sah. YESSS! Genau dsa hatte ich mir gewünscht. Leider liegt Bad Berleburg etwas tiefer und weiß wars dort nicht. Die Anreise war dank Navi sehr gut zu finden und Start/Ziel auch. Ultraüblich herzlich war der Empfang und es gab direkt erstmal Frühstück. Entspannter gehts kaum. Und zum Thema Basisversorgung: besser wäre: alles was das (Ultra-)Herz begehrt :-) Man merkt schon das hier erfahrene Ultras am Werk sind. Also diese Veranstaltung kann ich nur empfehlen. Da muß man sich über Orga keine Gedanken machen, es passt alles! Ich hab mich sehr wohl gefühlt. Mir fällt auch nichts zu kritisieren ein. Leider waren nicht so viele Ultras da, ein 24h-Lauf im Dezember ist ja auch ungewöhnlich, aber auf jeden Fall eine Erfahrung wert.

Mit Schützenböller (das war ein Startschuß!) gings um 10:00 Uhr los bei leichtem Nieselschnee, allerdings war der Boden noch zu warm zum Liegenbleiben. Jetzt nur nicht zu schnell loslaufen. Daher hatte ich auch den FR 201 am Arm. Na ja knapp unter 6min ist eigentlich zu schnell, obwohls gefühlt ok war. Die erste Runde beendete ich als 2. (von ca. 10 Ultras). Die nächsten Runden bin ich dann auch öfters mit Didi gelaufen, der allerdings mit einer 100er Zeit von 8:13h stark unter seinen Möglichkeiten lief. Die Strecke hatte eine Steigung, an denen die meisten gegangen sind und ich am Anfang immer gelaufen bin. Hier ist Didi immer gegangen, so das ich immer vor kam. Am Ende der 3. Runde haben wir dann den Führenden überholt und lagen somit selbst in Führung (Hallo, ich bin vorne? Wo gibts denn sowas?). Aber letztendlich wars eine Frage der Zeit wann Didi sich nach vorne absetzen würde. In der 8. Runde wars dann soweit, aber völlig ok, denn nach hinten wurde der Abstand auch immer größer. Allerdings fing ich langsam an zu frieren. Also tauschte ich das 2. T-Shirt gegen einen langen Laufpulli aus. Alles war nass und durchgeschwitzt, nicht gut, die Kälte kricht hoch. Aber mit Pulli und jetzt Mütze wars angenehmer (soviel zieh ich sonst nie an). Nach 4:15h hatte ich schon den ersten Marathon durch, gefühlt recht ruhig.  Die Laufstrecke gefiel mir, ein Rundkurs von 4,42km. Rechts und links die Hügel des Sauerlands, in der Luft der Geruch von Kaminen, Bäche plätschern am Wegesrand, fast wie Urlaub. Immer wieder ertappte ich mich dabei, wie ich das genoss :-) Runde für Runde spulte ich runter. Die Orga stellte dann ab Nachmittag selbstgebastelte Lampen ca. alle 100m auf. Cool, das würde eine sehr schöne Sache werden.

Ich merkte aber langsam auch wie meine Beine härter wurden. Also auch hier noch eine weitere dicke Laufhose drüber, obwohl ich schon 2! anhatte. Tss, so bin ich noch nie gelaufen. Die etwas wäremern Beine wurden wieder etwas lockerer. Trotzdem wurde ich langsamer bzw. ruhiger. Ich hatte ja noch Zeit. Wenn so weiter laufen würde, dann würde ich meine 100km Bestzeit laufen und das relativ “locker”. Aber die Kälte machte den Beinen schon zu schaffen. Durch Schwitzen wird alles nass und dann wirds kühl. Gehen ist schlecht, dann kühlt man ganz aus. Ab KM 70 wurds träger, die Versorgung mit heißem Tee (hab ich noch nie beim WK getrunken) hat mich immer wieder aufgebaut.

So langsam lies auch die Lust nach und ich fing an mein Ziel auf die 100km zu fixieren. Aber die Runden wurden noch träger und nach den 2. Marathon beschloß ich die 20 Runden voll zu machen und gut ist. Ich hatte auch das Gefühl, der Körper signalisiert mir: dieses Jahr ists genug. Also aufs Körpergefühl hören und gut sein lassen. Auch hab ich mich schon beim Lauf dazu entschlossen, diese Woch nicht zu laufen. Hoffentlich halt ich das durch. Aber ich denke Regeneration schadet nicht, eventuell geh ich schwimmen diese Woche.

Also hab ich nach 88,4km aufgehört, heiß geduscht und mich abgemeldet. Soll mich ja keiner nachts auf der Strecke suchen. Auf dem Rückweg durchs nächtliche Sauerland hats dann noch ordentlich geschneit, ist aber nicht liegen geblieben. Gegen Mitternacht war ich zuhause.

Gestern war ich dann noch auf dem Weihnachtsmarkt am Centro. So viele Jacken auf einmal hab ich noch nie getragen! Als ich zuhause war, war ich durchgefroren. Nur 2 Pizzen und ein leckerer Rotwein, dazu Tatort, konnten die Lebensgeister wieder wecken.  Ich werd echt zum Warmduscher.

Ich weiß noch nicht ob ich diese Jahr noch einen längeren Lauf mache, der nächste Marathon ist ja erst am 10.01.10. Jetzt wird erstmal wirklich regeneriert bzw. Speck anfuttern, dann frier ich nicht so. Oder wieder mehr aufs Laufband :-)

Ich darf ja auch nicht vergessen, dass ich dieses Jahr mit 21 Marathons/Ultras soviel gemacht habe, wie manch anderer in seiner gesamten Laufbahn. Und meckern brauch ich dieses Jahr nun wirklich nicht :-). Ich bin eher zur Zeit entspannt zufrieden und freu mich jetzt auf ganz normale Dinge in den nächsten Wochen (wer geht mit in die Disco?).