yogis ultralaufblog 

Düsseldorf Marathon 2009

Geschrieben in Allgemein von yogi Montag Mai 4, 2009

Jetzt schreib ich den (kurzen?) Bericht von Düsseldorf schon vor dem Bericht des 24h-Laufs vom Seilersee. Warum? Das Ergebnis ist fast unglaublich, meine Euphorie riesig. Aber vorher nochmal ein kleiner Rücklblick auf die letzte Trainingswoche.

Dienstag: 18,6km normal zügig, ganz ohne Probleme. Ich hatte eher das Gefühl, die anderen hatten mit dem Tempo und der Länge ein Problem :-) und das nach den 169km vom WE

Mittwoch: nix

Donnerstag: kurze 12km alleine. Tempo zwischen 5:15 und 5:30!

Freitag: nix. Abholen der Startunterlagen in Düsseldorf
und der Radbekleidung vom Cologne Triathlon Weekend.

Samstag: kurze Radrunde (84km) in den neuen Sachen von Köln. MIt kurzen Sprinteinlagen auf knapp 50, weil es immer wieder welche probieren müssen :-)

War das Tapering? :-)

 
Sonntag: Marathon-Tag
Die ganzen letzten Tage hatte ich das Gefühl, die Pace ist da. Rein logisch betrachtet kanns aber nicht gehen. Das letzte WE hat mich ca. 3kg Gewicht gekostet und einige Körner dürften wohl noch fehlen. Also hab ich an einer Zeit unter vier Stunden gezweifelt. Trotzdem hab ich mich auf alle Möglichkeiten vorbereitet. Ich hab mir extra eine Einwegflasche mit Maltodextrin, Vitaminen, Mineralstoffen und Aminosäuren gemixt, für den Fall des Einbruchs nach KM 30. Eigentlcih wollte ich die hinten ins Radtrikot stecken, das hat aber zu sehr gewackelt, also in der Hand tragen. Wenn eine gute Zeit möglich ist, dann nur mit der richtigen Taktik. Also die ersten 10km ruhig loslaufen, dann langsam ins Tempo kommen und wenn alles gut läuft, die zweite Hälfte schneller als die erste.  Wenn der Einbruch kommen sollte, brauch ich mir wenigstens keine Vorwürfe zu machen.
Die ersten 10km bin ich in 59min gelaufen, hab dabei mit Birger und einigen anderen gequatscht. Ich bin sogar hinter dem 4:30h Zugläufer gestartet, also den ersten KM mit 6:25. Das war auch genau richtig. Puls im Keller, Beine schön locker trotz der Radeinlage am Vortag. Ich hab meine KM-Zeiten garnicht so überwacht, einfach nach Gefühl gelaufen, der Puls immer so bei 140. Alles fühlte sich gut an. Von KM 10 bis KM 20 bin ich noch schneller geworden. Immer noch alles perfekt. Ich fing langsam an die Stimmung des Marathons zu geniessen. Jede Trommelgruppe, jedes Pfeif- und Trötenkonzert ging direkt durch als Gänsehaut. Beim HM: knappe 2:02! Wenn ich die zweite schneller laufen will, muss ich aber Gas geben. Ob das klappt? Bei KM 24/25 hatte ich das Gefühl das Tempo lässt nach, also hab ich das erste mal einen Schluck aus meiner Flasche getan. Lecker! Ansonsten war die Versorgung aber völlig ausreichend und reichlich vorhanden. Nachdem Trinken liefs auch wieder gefühlt besser. Das waren aber nur objektive Eindrücke: tatsächlich hat sich das Tempo garnicht verändert. Außerdem hab ich vom Start bis ins Ziel fast nur überholt, schön für den Kopf.
Die Durchgangszeit bei KM 30 war um einiges höher als in Kevelaer: 2:53:xx zu 2:46:xx. Na ob das klappt. Der Unterschied zu Kevelaer: dort bin ich die letzten 12km langsamer geluafen, hier die ersten 10km. Mal sehen wie es läuft.
Mittlerweile war mir klar, das ich unter 4:10 reinkommen würde. Eine geile Zeit. Das nach dem Vorwochenende. Von Einbruch nach 30 keine Spur. Ich hab dann auf den letzten KM noch Begleitung bekommen. Eine Läuferin die sich auf den Rennsteig-Supermarathon vorbereitet. So gingen die letzten KM bis 40 quatschend! wie im Flug vorbei. Knapp unter 3:50h. Jetzt war mir klar, das ich auch noch unter 4:05h reinkommen würde. Wow! Meine zweitschnellste Zeit. Und bis jetzt lief alles total locker, da waren sogar noch Reserven. Daher hab ich auf den letzten 2km noch mal das Tempo angezogen und als ich das Ziel sehen konnte noch mehr. 4:01:20 war dann das Ergebnis. Supergeil! Und natürlich die zweite Hälfte schneller als die erste.

Einbruch? Warum hatte ich nur damit gerechnet? Eine Zeit unter vier Stunden wäre möglich gewesen, da war noch einiges an Reserven. Heute wäre auch eine 50er Bestzeit drin gewesen. Das Tempo hätte ich noch eine Weile halten können. Aber wie kann sowas gehen? Ich habe keine Erklärung. Mein Durchschnittspuls lag bei 142! Sonst liege ich weit über 150, manchmal sogar fast 160. So gut wie diesmal gings mir noch nie nach einem Marathon. Das war so einfach.

Und weils mir so gut ging, bin ich dann um 17:00 UHr noch nach Hesse ins Freibad gegangen und hab noch 20 Bahnen a 50m geschwommen. Jetzt ist alles schön locker und ich bin voller Euphorie. Unbeschreiblich!

Da kann ich mich richtig auf den Double Ironman in Neulengbach freuen.
Und mit ein wenig Glück vorher noch den Karstadt-Marathon.