yogis ultralaufblog 

Gewichtsschwankungen

Geschrieben in Allgemein von yogi Donnerstag April 9, 2009

Ich will mal ein Thema aufgreifen was auch bei derWesten.de als Frage gestellt wurde. Kurzfristige Gewichtszunahme nach dem Laufen. Der Artikel dazu:
http://www.derwesten.de/nachrichten/sport/laufen

Sehr geehrter Herr Schubert! Ich jogge bereits seit vielen Jahren und habe beobachtet, dass ich am nächsten Tag, wenn ich am Vortag joggen war, immer zugenommen habe. Nach einer Trainingspause von zwei Tagen ist das Gewicht wieder weg. Woran liegt das? Es frustet nämlich sehr, wenn man am Vortag eine Stunde joggen war und am nächsten Tag gleich 800 Gramm mehr wiegt. Tamara Baernthaler

Dr. Joachim Schubert: Ihr Problem ist sehr ungewöhnlich und so aus der Ferne nicht zu beantworten. Kurzfristige Gewichtszunahme kann eigentlich nur durch Wassereinlagerung erklärt werden. Sie sollten überprüfen, ob nach dem Laufen die Beine anschwellen, Sie sollten darauf achten, ob Sie mehr oder weniger häufig Wasser lassen müssen. Überprüfen Sie auch, ob Sie nach dem Sport mehr Kalorien zu sich nehmen als üblich, man überschätzt häufig die Menge der verbrannten Kalorien durch das Laufen. Im Grunde sollten Sie einen Internisten oder Sportmediziner aufsuchen.

Nun ganz ehrlich, ich finde das nicht sehr ungewöhnlich. Das hab ich fast nach jedem langen Lauf bzw. Marathon. Durch meine hohen Schwitzverluste verlier ich während des Laufs sehr viel Wassser, das ich nach dem Lauf wieder ausgleiche. In den nächsten 2 Tagen nach dem Lauf steigt das Gewicht um bis zu 2kg an um danach unter das Ausgangsgewicht zu sinken. Ich denke es hängt damit zusammen, das der Körper versucht Reserven für die nächste gleiche Anstrengung zu machen. Es handelt sich ja hier auch nur um Wasser und nicht um Fett, das wäre schlimmer. Es ist auch durchaus möglich das durch die Anstrengung die Muskeln in den nächsten Tagen vergrößert sind.

Um mal ein paar Zahlen zu nennen: heute morgen bin ich 24km gelaufen mit einem Schnitt von 6:07 bei 139 Durchschnitts-Puls. Nach dem Lauf war ich (bei ca. 9°C außen) 2,9kg leichter, also deutlich über der 3% Wasserverlustgrenze (für relativ untrainierte: bitte nicht nachmachen, das könnte zum Kreislaufzusammenbruch führen!). Bei dieser Grenze merke ich aber deutlich am Ende einen Leistungsverlust. Der Durst danach ist unbeschreiblich.
Beim Radeln auf der Rolle letzte Woche hatte ich nach 50km in ca. 1:20h einen Gewichtsverlust von 1,8kg.
Ich krieg dann immer einen Hals wenn die Experten schreiben man kann nur 0,6ltr pro Stunde trinken. Dann wär ich bei jedem Ultra wegen Dehydrierung gestorben. Das heißt aber nicht das jeder viel trinken muss. Der Mensch ist ein Individium, der eine schwitzt viel der andere total wenig. Meine Empfehlung: vor einem langen Lauf wiegen, am besten ohne Sachen. Nach dem Lauf wieder wiegen (auch ohne Sachen, denn nassgeschitzte Sachen sind schwer). Die Differenz zwischen vorher und nachher plus das, was unterwegs getrunken wurde, wäre die optimale Menge. Dabei kann diese Menge bei ein und derselben Person schwanken je nach Intensität und Länge des Laufs und natürlich auch anhand des Wetters.
Ich persönlich bin mal bei einem 12h-Lauf weit über 20ltr. gekommen ohne Wasser lassen zu müssen. Ich habe erstens vom Magen her alles aufgenommen und zweitens alles wieder ausgeschwitzt.
Oder andersrum: ich hätte heute 3ltr. mitnehmen müssen :-). 4 Flaschen a 0,75ltr. Hammer oder?
Deshalb hab ich enorme Probleme bei Läufen mit wenig Getränkeversorgung. Hat man einmal zuviel Wasser verloren, ist der Ausgleich im Wettkampf sehr schwer. Deshalb wird auch immer empfohlen bei einem Marathon von Anfang an gleichmässig zu trinken.

An ganz extremen Tagen liegen meine Gewichtschwankungen bis zu 6kg, da ich nach dem Lauf auch in der Lage bin extrem wieder aufzufüllen :-) Das ist das schöne am Ausdauersport. Wenn man 4000kcal durchs Laufen verliert, darf man anschließend auch mit 2 Pizzen a 1000kcal wieder auffüllen ;-)