die Bilder vom Lauf sind schon in der Galerie. Zwei kurze Videos hab ich auch noch.
Ich hab vorzeitig aufgehört, weil ich ja noch einiges vorhab (siehe Planung). Die Wade hat nicht so mitgespielt wie sie sollte und bevor ich sie richtig verletze hab ich aufgehört. Weniger ist halt mehr.
Montag hab ich ja schon gedacht, das Ziehen im hinterem Oberschenkel/Wade würde besser. Dienstag beim Laufen hab ichs zwar gemerkt, aber im während des Laufs wurde es meiner Meinung nach besser, obwohl wir zügig unterwegs waren. Donnerstag sind wir noch kürzer gelaufen aber wieder zügig, da hab ichs schon wieder mehr gemerkt. Abends hab ich dann echt noch überlegt ob ich wirklich fahren soll. Aber ich konnte Andreas ja nicht alleine lassen, der war eh schon nervös genug. Anderseits hab ich mir gedacht beim ruhigem Laufen (also nicht unter 6:00min wie diese Woche) in Biel wirds schon gehen.
Freitag morgen um 6:30 Uhr gings dann los. Die Fahrt hat sehr gut geklappt, wir hatten auch keinen Stau. Uschi (die weibliche Stimme des Navis) hat uns dann ab der deutschen Grenze über Frankreich in die Schweiz geführt. Eine Gegend wie im Urlaub, echt Klasse! Kurz vor 15:00 Uhr waren wir dann in Biel und aufgrund meiner Ortskenntnisse hatten wir auch schnell einen Park/Zeltplatz.
Startunterlagen abholen, kurz was essen, dann haben sich einige von uns (Wolfgang, Gisela und Andreas waren noch mit im Auto von Wolfgang) hingelegt. Ich bin zur Zeltwiese hin und hab all die anderen besucht und viel gequatscht. Von Bernhard hab ich mir direkt ein Buch besorgt, das werd ich in den nächsten Tagen dann lesen. Irgendwann nach acht haben wir uns dann langsam umgezogen und für den Start vorbereitet. Andreas mußte natürlich ein Foto mit Joey Kelly machen, ich hab lieber mit ihm und Eberhard Frixe über Badwater gesprochen. Das Foto gibts in der Galerie, wie auch andere.
22:00 Uhr Start: zusammen mit Gisela, Gabi, Rüdiger, Wolfgang und Andreas gehts los. Dieses Jahr sinds total viele. Wir starten recht weit hinten, brutto/netto gibts hier nicht, mit Startschuss läuft die Zeit. Rein neugierigerweise schau ich auf die Uhr beim Überqueren der Startlinie (gute 3min). Das Feld setzt sich ruhig in Bewegung, die meisten wissen hier worum es geht. Andreas ist recht bald ein wenig vor uns, ich brems ihn immer wieder. Die Läufer und auch die Zuschauer in Biel sind meistens recht ruhig, Andreas ändert das. Von rechts nach links, abklatschen, Arme hochreisen, anfeuern (die Zuschauer!). Ihr kennt den Andreas ja. Die Erfahrenen meinen, er sollte lieber seine Kräfte sparen. Langsam aber sicher setzten wir uns von den anderen ab. Für mich ist das Tempo ok, sogar optimal. Wegen der Wade bin ich wirklich ruhig gestartet, an meiner Atmung merke ich auch das es passt. Ich könnte echt zwischendurch die Luft anhalten. An den Zwischenzeiten bei 5, 10, 15 und 20 seh ich aber wie zügig wir sind. Für mich persönlich hatte ich das erwartet, wie gut das für Andreas ist kann ich nicht einschätzen, dafür sind wir zu wenig zusammen gelaufen. Irgendwann kommt Wolfgang von hinten und sagt mir Andreas ist viel zu schnell, aber Andreas ist schon ein Stückchen vor mir. Jedesmal wenn ich an den VP näher rankomme, setzt er sich anschießend wieder ab. Jeder muß halt sein eigenes Tempo laufen. An den VP bin ich immer sehr schnell, Wasser reinschütten weiter gehts. In diesem Jahr hab ich noch nicht mal meine Flasche aufgefüllt, so gut gings mir konditionell.
Unterwegs trifft man immer wieder die gleichen Läufer, auch wegen dem ober erwähneten unterschiedlichen Laufrhytmus. Ich laufe normalerweise relativ gleichmäßig (natürlich auch nachlassend) bis zum Ende durch. Andere haben da einen ganz anderen Rhytmus. Jenseits von KM20 merk ich meine Wade an den Steigungen schon mehr. Kräftiges schnelles gehen geht mit dem linken Bein garnicht, gerade und bergab laufen ja. Ich fange an zu überlegen (bzw. hab ich mir diese Gedanken schon am Vortag gemacht). Erstmal bis KM38 und dann schauen wie es sich anfühlt. Eine ernsthafte Verletzung und wochenlange Ausfälle will ich mir bei meiner Planung nicht leisten. Dann geh ich lieber raus.
Was noch hinzu kommt: es ist mir dieses Jahr zu voll. An die ersten Verpflegungspunkte kommt man kaum ran, zu viele Leute, zu viele Radbegleiter. Das geht mir echt auf den Keks (sorry das ich so denke). Das was Biel ausmacht, das ruhige Laufen in der dunklen Nacht, die Stimmung und manchmal die Einsamkeit, das fehlt alles. Man kommt nicht in den richtigen Rhytmus, in die richtige Stimmung usw. Hoffentlich wirds später leerer.
Etwas anderes, was bei einem solchem Lauf auch hinderlich ist, ich hatte schon im Vorfeld keine Lust (auf die Fahrerei), hatte mir keine richtiges Ziel im Kopf gesteckt, bin nicht 100% bei der Sache. Biel ist dieses Jahr nicht mein Highlight, sondern Routine, ist vielleicht die falsche Einstellung. Meine Priorotäten liegen bei Delmenhorst und den beiden Iromans, da werd ich voll bei der Sache sein. Hier ist das leider nicht der Fall. Und so kommt eins zum anderen. Relativ lustlos lauf ich bis KM 38, den Ausstieg schon im Hinterkopf. Die Zwischenzeit bei KM 38 ist meine schlechteste bis jetzt hier in Biel, aber das ist schon egal. Ich laufe aber weiter. Kurz hinter 38 überleg ich nochmal ob ich drehen soll, nee bis Km56 geht ja auch locker. Die Steigungen geh ich langsam, wenn ich Lust hab lauf ich, hab ja kein Stress mehr. Zwischendurch begegne ich immer wieder Dagmar, die mußte unbedingt alle Dixies testen ;-). Bis KM56 bleiben wir zusammen. Kurz vorher treffe ich Andreas auf einer Bank. Er cremt sich die Beine ein. Ich sag ihm das ich rausgehe und das ein paar Meter weiter der nächste VP mit Massagen ist. Dort soll er sich massieren lassen. Ist gut für den Kopf und die Beine. Das macht er auch. Und ich geh wie geplant raus. Obwohl ich von KM38 (+12min auf PB)Â bis KM56 (+30min auf PB) getrödelt habe, hab ich Andreas wieder eingeholt. Er muß also schon länger mit den Problemen in den Beinen gekämpft haben ( und noch weiter kämpfen bis KM70). Ich setz mich schön in den Bus und wer kommt da? Gisela. Sie hatte Probleme mit dem Laufen in der Nacht und wär fast (beim Laufen!) eingeschlafen. Sicherheitshalber ist sie rausgegangen. Hadert aber noch mit ihrer Entscheidung.
Der Bus fährt zurück nach Biel, allerdings immer an der Strecke entlang. Jetzt wird einem erst bewußt wie lang die Läuferschlange ist. Von KM56 bis zum Ziel wird sie kaum unterbrochen, einer nach dem anderen trudelt dort ein. Und das stundenlang, noch ganz lang. Ich geh erstmal duschen. Wenn man nicht läuft merkt man erst wie kalt es ist. Beim Duschen merke ich dann auch wie dick meine untere linke Wade ist (jetzt, am Dienstag danach, immer noch leicht). Es war also absolut richtig raus zu gehen. Wenn Biel mein TOP-Lauf im Jahr gewesen wäre, dann wär ich durchgelaufen ohne Rücksicht auf Verluste. Aber bei meiner Planung war das rausgehen die richtige Entscheidung, bzw. besser wäre gewesen gar nicht zu starten. Nach dem Duschen dann noch ein Stündchen ins Zelt pennen um später im Ziel die anderen Läufer zu begrüßen. Das macht in Biel auch immer Spaß. Viele haben verdutzt geschaut im Ziel, als sie mich schon geduscht sahen und haben sich gefragt wann ich sie überholt habe. Nett das ihr mir das zutraut.
Nachdem wir alle beisamen hatten und alle geduscht und ausgeruht waren gings an die Abreise. Beim Zeltabbauen sticht mir eine Biene in den rechten Mittelfinger. Na super! Wird aber nur langsam dick, bzw. am nächsten Tag sah die Hand aus wie ein aufgeblasener Einmalhandschuh. Die Rückfahrt war staufrei und lief problemlos, trotz Schlafmangel. Wir hatten uns abgewechselt.
Zu allem Überfluss hab ich dann Samstagabend was falsches gegessen, so das ich auch noch Durchfall bekam. Po abwischen mit dem aufgeblasenen Einmalhandschuh ist echt klasse. Das war nicht mein Wochenende, begann ja auch mit Freitag dem 13.
Jetzt (17.06.)Â ist erstmal eine Woche Pause, das Bein muss sich erholen, die Hand ist wieder dünn, die Verdauung normal ( so genau wolltet ihrs gar nicht wissen, oder?). Die Entscheidung war richtig. Ich freu mich auf den nächsten Lauf. Nach meinem letzten Ausstieg bin ich beim nächsten Lauf PB gelaufen. Ist doch ein gutes Vorzeichen, oder?