I had so Matsch-Fun in Weeze, einfach ein irrer Spaß.
Mal von Anfang an: So um halb zehn hat mich Wolfgang und ein paar andere Laufkollegen abgeholt. Eigentlich ist es bis Weeze nicht weit aber ab der Autobahnabfahrt nur noch Stau. Fast zwei Stunden für etwas über 50km! Warten im Auto im Stau vor dem Start: für Läufer Stress. Ich wollte mich ja mit Ralph (Fotograf von McFit) vor dem Lauf treffen, noch ein paar Fotos machen. Um halb 11 wollten wir eigentlich da sein, kurz nach 11:30 waren wir endlich auf dem Parkplatz. Der Start war da schon von 12:00 auf 12:30 verschoben worden. Ich hatte vorher mir Ralph telefoniert, daher wußte ich das. Ein weiterer Laufkollege informierte uns das die Abgabe der Klamotten auch total überfüllt war. Also direkt am Auto umziehen, kein Handy mehr dabei, keine Möglichkeit sich zu finden. Schade!
Kurz vor dem Start haben wir uns dann ganz hinten aufgestellt, überlegt ob wir drei Runden laufen sollen. Im Nachhinein hätte eh keiner kontrolliert, höchstens die Matten. Vom Startschuß bis zur Überquerung der Startlinie vergingen fast 6 Minuten, wir waren wirklich fast die Letzten und wollten Spaß haben. Dafür hatten wir die ganze Aufmerksamkeit der Leute. Schon nach ein paar Metern haben mich dann auch meine Grouppies gefunden, die Yogi-Rufe waren nicht zu überhören. Sie standen auf einem der ersten Bunker.

Wir sind schön ruhig der Menge hintergelaufen und nach ein paar Metern stand schon alles. Das löste sich aber schnell auf. Es ging danach ein ganzes Stück Laufstrecke lang bis zu den ersten Bunkern, dem Hochsicherheitstrakt, steil rauf, steil runter. Auf dem letzten Bunker konnte man schon das nächste Hindernis sehen: die Klagemauer. Und die Menschenmasse davor. Also sind wir erstmal oben auf dem Bunker sitzen geblieben. Die Sicht hier war ja auch besser. Ich weiß nicht obs 10 oder 15 Minuten waren. Ein paar Nachzügler kamen noch von hinten agerannt. Wahrscheinlich Opfer des Verkehrs-Chaos. Irgendwann gings dann endlich weiter. Die Mauer war ja jetzt wirklich kein grosses Hinderniss, über die Heuballen gings recht fix.
Danach der Römerwall: Heuballen zum Überklettern. Einer war lose, den haben wir dann beim gemeinsamen Überklettern direkt flachgelegt, zur Freude der Zuschauer.
Der Reifentanz: jede Menge Reifen als Hindernis, in unserem Übermut haben wir uns noch gegenseitig hingeschubst. Karsten Kruck hatte dann vor uns auch noch kurzen Bodenkontakt (allerdings nicht mit den Füssen).
Die Nordwand: natürlich wieder Bunker. Rauf und runter geht ganz schön in die Beine. Vor allem in der zweiten Runde.
Der Treibsand: schöner tiefer Matsch, der an den Schuhen klebte (zum Teil auch umgekehrt ;-)) dann Sandhügel, damit der Sand am Matsch kleben bleibt. Immer rauf und runter, kennt man ja aus Kindertagen. Und butterweicher Boden.
Das Wasserloch: war da eins? Nö, wurde nicht zugelassen.
Das schwarze Loch: ein dunkler Bunker, volle Dröhnung Musik (Petry, Grönemeyer als ich da war) und Stroboskoplicht.
Die Rattenlöcher: Röhren zum Durchkriechen, nichts Wildes. Gibt höchstens blutige Knie.
Der Pilgerpfad: ähnlich wie der Römerwall, manchen Mädels mußte man wirklich helfen. Aber Mädels, die hier laufen, sind tough.
Die Schlammschleuse: endlich richtige riesige Pfützen, Matschlöcher: geil. Und manche versuchen am Rand ungeschoren davon zu kommen. Aber nicht wenn (Klein-)Yogi volle Pulle durch die Pfützen rennt. Wer seitlich steht bekommt bekanntlich am meisten ab. Selbst meine Brille hat die Spritzer abbekommen. Der Matsch wirklich knietief. Wer hier seine Schuhe nicht richtig geschnürt hat, ist sie los. Zum Abschluß dann unter den Gittern durchkrabbeln: halb so wild. Nach dem Schlamm wollte keiner so richtig abklatschen. Nur ein Mädel wollte umarmt werden. Sie war eh viel zu sauber.
Loch Nass: soll ich schwimmen? Echt ich hab drüber nachgedacht. Zumindest meine Brille konnte ich hier “reinigen”. Das Wasser war auf jeden Fall erfrischend und wenn man richtig schnell durchläuft und adbei die Füsse nicht anhebt, spritzt es wie Sau (so wie ich aussah).
 schon ist die erste Runde rum:
und hier war ich noch sauber!
In der zweiten Runde kam dann noch hinzu:
Der Wachmacher: wieder Bunker, war da Matsch? So mancher hat sich beim Bunker runter rutschen die Hose (oder mehr) beschädigt.
Die Weezer Alpen: wieder Bunker, wär hätte es gedacht? Und es geht immer mehr auf die Beine.
Die Klagemauer war diesmal richtig leer, trotzdem wollte mir doch jemand hochhelfen. Seh ich so alt aus? Die nächsten Hindernisse wie gehabt. Zwischen den Hindernissen gehen die meisten jetzt, zum Teil war das auf der ersten Runde schon so. Wer nicht regelmässig läuft und die 16km nicht locker laufen kann, der wirds schwer haben. Der Puls geht rauf und runter. Wenn man läuft, überholt man ständig.
In der Schlammschleuse hab ich mich dann richtig eingesaut. Ich bin richtig eingesunken und konnte nur vorwärts kriechend wieder raus. So sah ich auch aus. Aber in Loch Nass ging dann einiges wieder ab (leider). Wenn ich als 12jähriger so nach Hause gekommen wäre, häts ein Donnerwetter und Stubenarrest gegeben. Jetzt muß ich die Sachen selber waschen ;-). Kurz vor dem Ziel hab ich noch einen anderen Laufkollegen getroffen und wir sind gemeinsam ins Ziel.
Dreckig wie Sau, Spaß in den Backen, die Knie blutig: einfach Geil!!!
Und obwohl wir ganz hinten gestartet sind haben wir noch rund 1000 Läufer überholt. Aber die Zeit ist hier doch scheiß egal. Wer hier sauber ins Ziel kommt, hat den Sinn dieser Veranstaltung nicht verstanden: Zurück in die Kindheit!
Bei der Abreise dann das gleiche Chaos wie bei der Anreise: Stau, Stau, Stau. Wir haben uns das Schauspiel in Ruhe angeschaut und sind erst dann gestartet.
Ich hoffe ich krieg noch ein paar Fotos, damit es anschaulicher wird. Wer hier liest und mich auf den Bildern hat, bitte senden!