… beim Emschernachttriathlon über die Olympische Distanz (besser Kurzdistanz) die rote Laterne ins Ziel zu führen. Dafür jede Menge Spaß gehabt und viel Erfahrung gesammelt.
Ehrlich gesagt war ich am Samstag schon ziemlich nervös gewesen. Vieles würde neu sein, die Wechsel zum Beispiel (nie geübt). Die Routine aus den anderen vielen Wettkämpfen würde es mir aber sicherlich einfacher machen. Außerdem kann man abgucken, was die anderen machen. Morgens hab ich mir mit dem Rad noch mal alles angeschaut, dabei gleichzeitig auch noch das Rad überprüft. Überall wurde fleißig gewusselt. Die ersten Arbeiter hatte ich schon am Mittwoch am Sealife gesehen.
Gegen 14:30 hab ich dann meine Startunterlagen abgeholt, noch ein paar Fragen gestellt und bin dann wieder nach Hause. Was mach ich jetzt nur die ganze Zeit? Eurosport: Zeitfahren in Spanien. Der Sieger legt einen 55er Schnitt hin. Mann! Ich bin froh wenn ich irgendwie an den 30er rankomme. Ab 17:30 dann ausprobieren welche Sachen bei dem Wetter? Nach 5mal wechseln bin ich dann wieder bei der ersten Version gelandet, die eh schon seit Tagen feststand. Kurz nach 18:00 Uhr bin ich dann los, habs nicht mehr ausgehalten.
Erstmal das Rad einchecken. Es kam was kommen musste, die Lenkerhörnchen müssen ab (wegen Windschattenfreigabe). Jetzt musste ich halt mit einem geraden Lenker (ist ja ein MTB, allerdings mit “Slicks”) fahren. Und wo pack ich die Hände hin? Egal. Will ja eh nur Finischen, hoffentlich vor dem Feuerwerk. “Wir warten bis auf den Letzten” hatte der Veranstalter gesagt. Das wird sich zeigen. GottseiDank traf ich jede Menge Leute, so ging die Zeit recht schnell rum. Um 19:00 Uhr starteten die Staffeln und um 19:45 der Volkstriathlon. Beide Schwimmstarts/Finishs habe ich mir angeschaut. Einige waren noch in Badehose/Bikini bzw. Badeanzug, viele aber im Neoprenanzug. Die Gerüchte von 20°Grad Wassertemperatur machten die Runde. Wers glaubt wird selig.
Zwischen den ersten und letzten bei der “kurzen” Distanz sind schon riesige Unterschiede. Trotzdem das Publikum feiert hier Jeden. Ich hatte zum Anfeuern: meine Frau, unsere Nachbarn, mein Onkel und Tante mit dem Wohnmobilclub und natürlich jede Menge bekannter Läufer. Eure “Yogi”-Rufe hab ich jetzt noch im Kopf. Das ist voll geil. Ihr wart bestimmt die Lautesten.
Kurz vor dem Start
Es wird dunkel, die letzten Startinfos werden gegeben und alles begibt sich zum Startpunkt. Wieso haben alle Neos an und ich nur einen Einteiler? Doch keine 20°? Zögerlich gehen alle rein. Keiner will zu früh an der Startlinie sein. Irgendwann bin auch ich an der Reihe. Einfach einen Köpper und hinein. BOAH ist das kalt! Ich merk jetzt schon wie alles steif wird. Jetzt weiß ich warum die alle Neos anhaben. Zur Startlinie schwimmen und dann auf den Start warten.
Es ist schon eine skurille Kulisse. A….kaltes grünes Wasser, das im oberen Bereich durch die Lampen noch ein wenig Sicht zulässt, wenn man kurz mit der Schwimmbrille untertaucht. Die ganzen Zuschauer rund um die Marina, die Musik, die Sambatänzerinnen (gell Marco: Uschi Glas) und die ganzen anderen Verrückten, die in Richtung Kanal schwimmen. Im Dunkeln am Kanal gelaufen bin ich ja schon, aber darin geschwommen und dann noch im Dunklen? Das hat was. Noch besser als Ultraläufe in der Nacht.
21:00 Uhr: Start
Habs gar nicht so richtig mitbekommen. Bald stell ich den Unterschied zwischen Training und Wettkampf kennen: viele Schwimmer wühlen das Wasser auf und machen Wellen. Es gibt öfter etwas zu „trinken“. Da ich hinten gestartet bin, komm ich auch nicht so richtig ins Gewühle. Aber im Laufe der Runde merkt man schon den einen oder anderen Schwimmer. Schnell merke ich, dass noch einige hinter mir sind. Manche kraulen langsamer als ich brustschwimme. Vielleicht werd ich doch nicht Letzter? Nach jeder Runde muss man aus dem Wasser raus, geht nur mit Hilfe der DLRG, um einen Smart rum und wieder rein. Nächster Köpper, Rhythmus wieder finden, weiter schwimmen. Wieder in diese skurille Nachtatmosphäre. Auf der letzten Runde wird’s einsamer im Wasser, aber dafür ist das Wasser auch ruhiger und ich trinke nicht so viel. Jetzt hab ich den Rhythmus drin und kann noch den einen und anderen überholen. Für den nächsten Triathlon werd ich aber Kraulen richtig lernen.
Raus aus dem Wasser, wie schon zweimal vorher nur mit Hilfe der DLRG-Leute. DANKE!!!
Der erste Wechsel
Ist mir kalt. Jetzt nur nichts vergessen. Der Boden der Wechselzone besteht aus frisch geschnittenem Gras. Das hab ich später dann zuhause aus den Schuhen und Socken entfernt ;-)) Nur nichts vergessen: kurz abtrocknen, Socken, Schuhe an, T-Shirt und Weste drüber, Handschuhe, Helm und Brille!!! Der nasse Einteiler trocknet während der Fahrt. Fahrrad schnappen und raus auf die Strecke. Diese ist schön breit, passt alles. Immer schön auf die Schnelleren achten. Im O-Visionsgelände stehen jede Menge Smarts und beleuchten die Strecke, auch das hat was. Jetzt erstmal in den Rhythmus kommen. Geplant hatte ich so einen 26-27er Schnitt, geträumt von mehr, aber im Dunklen kann ich auf dem Tacho nichts sehen. Die erste Runde ist schnell vorbei. Am Wendepunkt stehen meine Groupies: unüberhörbar. Echt geil! Das puscht. Auf jeder Runde trinke ich regelmäßig, muss ja gleich noch Laufen. Mit jeder Runde werd ich besser, das habe ich im Licht der Laterne auf dem Tacho gelesen. Der Schnitt liegt über 28, Tendenz steigend. Gut so. An meiner Atmung merke ich aber, dass ich ganz schön ans Limit gehe. Kurzstreckenmäßig halt.
Auf der 5. Runde kann ich sogar noch jemand überrunden. Ich werde nicht Letzter, obwohl auf den letzten beiden Runden ein Polizeimotorrad hinter mir herfährt und alle denken dass ist der Besenwagen.
Der zweite Wechsel
Ich biege ein zur Wechselzone. Der rote Bogen liegt auf dem Boden, hier komm ich nicht durch. Erst hab ich gedacht die bauen schon ab, aber dann kommt die Entschuldigung der Helfer, denen ist nur der Bogen zusammen gebrochen. GottseiDank. Rad weg, Weste weg, Handschuhe aus, noch mal eine großen Schluck aus meiner Flasche und auf geht’s auf die Laufstrecke. Die erste Runde war Grotte. Das dauernd schon ganz schön lang bis es rund läuft. Allerdings auf den ersten Kilometer hab ich schon jemanden überholt. Das tut gut. Allerdings kommen auch jede Menge von hinten. Bei jeder Runde bekommt man auf der anderen Seite der Brücke ein Bändchen, damit auch keiner fudelt. Die Runden gehen eigentlich fix um. Unter der Brücke gabs am Verpflegungsstand auch Cola. Und mit jeder Runde liefs besser/runder. Auf der letzten Runde an den Brücken dann ein Läufer vor mir. Viele waren jetzt eh nicht mehr unterwegs, die entgegen kommenden verabschiedeten sich alle schon. Im Kopf erwachte der Kämpfer. Den kriegst du noch auf der Zielgeraden. Aber schneller als ich dachte war ich dran. Beim kurzen Gespräch erfuhr ich dann, dass er noch eine Runde vor sich hatte (Kämpfer wieder aus).
Der Zieleinlauf war komplett abgesperrt, so dass man ungehindert über die Promenade laufen konnte. Endlich das Ziel! Hier wurde ich von den Groupies empfangen und ich war nicht Letzter. Das Feuerwerk, was auch wirklich Klasse war, musste noch auf einen anderen warten.
Fazit: Gelungene Premiere für mich, gute Premiere für Oberhausen. Ein paar kleine Details könnten noch verbessert werden, vor allem der Preis (zu hoch). Dann könnte sich diese Geschichte zu einem festem Event in Oberhausen etablieren. Das Zeug dazu hätte die Veranstaltung.