yogis ultralaufblog 

4. Karstadt-Marathon 2007

Geschrieben in Wettkämpfe/Berichte von yogi Sonntag Mai 13, 2007

Diesmal als Pacemaker für 4:45h. Die ganzen Tage vorher hatte ich mich schon auf diesen Lauf gefreut. Diese Freude entstand eigentlich schon vor Monaten als die Idee entstand sich in Gelsenkirchen zu treffen. Die Borbecker Raketen wollten von Dortmund aus starten, weil sie 2005 schon von Oberhausen aus gestartet sind. Und ich muss als Oberhausener natürlich von Oberhausen aus starten, auch weil ich zum Start hinlaufen kann.

Damit unser Treffen gelingt, hatten Gerd und ich jeweils ein Handy mit um uns abzustimmen. Bettina Mecking, die Botschafterein für die Strecke Oberhausen, hatte ich ja schon bei der Generalprobe kennen gelernt. Beim Duisburg-Marathon konnte ich sie für die Idee begeistern mich bei der 4:45h-Aktion zu begleiten und somit viele Läufer zu erleben, die ihren ersten Marathon laufen würden. Das kam ihr auch entgegen, da sie eine Woche vorher ja auch noch den Düsseldorf-Marathon gelaufen ist.

Ich war schon gegen 8:00 Uhr am Start und wollte mich auch noch mit einigen WAZ-Bloggern und Marathondebütanten treffen. Nils Hommen und Michael Ortmann waren auch recht pünktlich da und so ist auch noch ein schönes Foto mit dem WAZ-Fotografen entstanden (siehe Bildergalerie der WAZ).

Bettina war auch frühzeitig da. Mein Schildchen für 4:45h war schon im Block D aufgestellt. Nils und Michael mussten leider im Block E starten, da wär ich aufgrund meiner Zielgruppe auch lieber gewesen. Aber die Organisation dieser Startblöcke hab ich schon 2005 nicht verstanden, hier kann man im Sinne der Läufer noch was verbessern. Leider gabs auch Pacemaker für 4:15 und 4:45. Jutta Jöhring und Peter Ludden haben sich dann kurzfristig Aufkleber über die 4:15 gemacht und sind dann für 4:00 gestartet. Sowas find ich Klasse! Viele der Läufer haben auch nach den anderen Pacemakern gefragt.

Um 9:00 Uhr kam dann pünktlich der Start. Beim Überlaufen der Startlinie hab ich dann kurz Gerd angerufen um die Netto-Zeiten abzugleichen. Wirklich was verstanden hab ich nicht, aber unsere Uhren liefen ab diesem Zeitpunkt. Am Anfang gesellte sich Dietmar Kohlke, die „rote Laterne“ vom Rhein-Ruhr-Marathon zu uns. So hatten wir die ersten Kilometer viel zum Quatschen. Ich hab direkt von Anfang aufs Tempo geachtet auch gerade wegen dem „Berg“ in Osterfeld. Und immer wieder mich nach Nils umgeschaut, der müsste ja auch irgendwann kommen. Bei KM 8 war er dann da. Gut gemacht, schön langsam aufgeschlossen und nicht zu viel Energie verschwendet. Es formierte sich eine kleine Gruppe, einige konnten wir auch davon überzeugen am Anfang ruhig zu blieben und nicht nach dem Motto zu laufen, was ich hab das hab ich. Am Ende sollte es sich auszahlen. Die Zeit verging wie im Flug. Neben absolut ruhigen Stellen gabs auch die absoluten Hightlights z.B. Gladbeck. Hier puschen einen die Zuschauer so dass kein Puls ruhig bleibt. Einfach geil.

Nils hatte seinen eigenen Gruppies organisiert, die zigmal an der Strecke standen. Zum Teil auch nur im Bikinioberteil und Hose. Perfekt! So kanns ja mit dem Finischen nur klappen. Bei den Zwischenzeiten lagen wir immer im Bereich +/- 1 min auch je nach Strecke. Die „Berge“ sind wir immer ruhiger hochgelaufen um dann auf der anderen Seite die verlorene Zeit wieder reinzuholen. Also mit gleichbleibender Belastung anstatt mit konstantem Tempo. Die meisten sind damit auch gut zu recht gekommen. Ab dem HM-Ziel, bei dem die Halbmarathonis einfach mitten auf der Strecke stehen blieben, wurde es leerer. Diese Stelle hätte man mit ein paar Schildern ein paar Ordnern und ein wenig Flatterband wesentlich besser gestalten können. Wobei man sagen muss, die ganzen vielen freiwilligen Helfer waren absolut Klasse, die haben eine perfekten Job gemacht.

Zwischendurch hab ich mich immer wieder mit Gerd abgestimmt, damit wir uns auch ja treffen. Allerdings lag unsere Brutto/Netto-Differenz bei etwas über eine Minute und die der Dortmunder bei fast 9 min. Die 8 Minuten mussten diese also reinholen.

Aber man glaubt es kaum: am Come-Together-Point lagen wir nur ca. 50m auseinander so das das Treffen wirklich funktioniert hat. Die Stimmung an dieser Stelle ist wirklich grandios. Ab hier wurde die Strecke auch viel voller und auch mehr und öfters Publikum. Allerdings kommen jetzt auch die Auf- und Abpassagen und die KM jenseits der 30. Ab hier sieht man immer öfter Läufer gehen und man überholt eigentlich ständig. Ab dem CTP ist die Gruppe durch die Verstärkung aus Dortmund also durch die Borbecker Raketen grösser geworden. Die mitgenomme und geschwenkte Fahne vergrössert auch noch die Resonanz der Zuschauer. Die Berge hinterlassen Spuren bei den Läufer, Nils hat sich hier aber sehr gut geschlagen. Erst gegen Ende hat er ein paar Minütchen verloren, was aber für einen Erstmarathoni sehr gut ist. Klasse Nils!

Die letzten KM sind für alle Läufer die schwierigsten. Man hat fast 40km in den Beinen und dann geht’s auch noch „bergauf“. Aber die Rüttenscheider lassen einen hier nicht hängen. Die treiben einen bis ins Ziel. Nach netto 4:44:49 war ich dort. Also 11 Sekunden zu schnell.

Im Ziel dann die üblichen Glückwünsche, das Erdinger Alkoholfrei und was mich persönlich sehr gefreut hat: Jede Menge Resonanz von Läufern, die unterschiedlich lange Strecken mit uns gelaufen sind und zum Teil ihren ersten Marathon oder eine persönliche Bestzeit gelaufen sind. Genau dafür hab ich es gemacht und werde es auch gerne wieder machen.

Fazit: Eine anspruchsvolle Strecke, ein Klasse Publikum, eine verbesserungswürdige Organisation (ich helfe gerne mit!). Der Lauf hat Potential zu mehr aber da muss noch was für die Läufer getan werden.

Was mich wirklich traurig macht sind die beiden Toten, egal welche Gründe es hat. Den Verletzten wünsche ich eine gute Besserung.