Der Kölner12er 2006
Letztes Jahr war ich zum erstenmal hier. Dazu gibts auch einen eigenen Bericht (Link folgt).
Den Bericht zu diesem Lauf war auch im WAZ-Blog:
Einiges hab ich dann hier ergänzt.
… bei bestem Wetter, einer tollen Organisation und einer echt super Versorgung.
Beim Kölner12er wird auf einer 2km-Runde gelaufen. Im Start-Ziel-Bereich befindet sich die Versorgung sprich Essen, Trinken und mentale Motivation (Zuspruch durch andere Läufer/Zuschauer). Im Bereich der Stundenläufe im Gegensatz zu den Distanzläufen (z.B. HM, M oder mehr) ist nur die Zeit vorgegeben. Wieviel man läuft entscheidet jeder selber, wieviel man Pause macht auch.
Im letzten Jahr bin ich hier meinen ersten 12h-Lauf gelaufen und habe 92km geschafft. Mein Ziel am Anfang dieses Jahres war die 100 diesmal zu schaffen. Nach den letzten Läufen sprach auch alles dafür und die Wettervorhersage war auch optimal.
Der Start war morgens um 7:00 Uhr. Es war noch dunkel. Ich war schon um sechs da (also 4:00 Uhr aufstehen) und konnte so noch ein wenig vor dem Lauf quatschen. Die Helfer (in Winterkleidung) waren noch beim Aufbau der Versorgungstände als ich mit meiner kurzen (Lauf-)Hose und T-Shirt dort auftauchte. Einige froren schon beim Anblick. Beim Laufen wird einem aber wärmer als beim (Rum-)Stehen an der Versorgung. Die Begrüßung ist immer sehr herzlich, die meisten Ultras kennen sich untereinander.
Auch einige sehr erfolgreiche deutsche Läufer wollten heute an den Start gehen u.a. Wolfgang Schwerk der Sieger und Rekordhalter des 3100 Meilen (!!!) Laufs. Der Mann hält fast alle Weltrekorde oberhalb der 1000 KM. Wenn ihr jetzt wissen wollt wie lang man für 3100 Meilen braucht? Etwas über 41 Tage und 8 Stunden. Zurück zum Thema.
Um 7 fiel dann der Startschuß. Los gings in die Dunkelheit. Die Strecke führt die ersten 700-800 Meter über freie Felder am Rande von Köln-Weiden bevor es dann über Fuß/Radwege durch ein Wohngebiet geht um am Ende, die letzten 400m wieder übers offene Feld, wieder zum Start/Zielbereich.
Morgens lag über den Feldern noch dichter Nebel, der im Morgengrauen eine sehr eigentümliche Stimmung erzeugte. Innerhalb der Häuserzeilen wars direkt fühlbar wärmer. Aber die kühlen Morgentemperaturen waren ideal zum Laufen. So bleibt der Puls schön im Keller. So vergingen die ersten Runden auch recht zügig, da ich immer versuchte in Bewegung zu bleiben. Auch mußte ich am Anfang noch nicht so viel trinken. Als später die Sonne rauskam, konnte man die Wärme direkt auf der Haut spüren und geniessen.
Die Runden waren sehr kurzweilig, man hatte fast immer jemanden zum quatschen und die Helfer an der Strecke feuerten einen immer wieder an oder klatschen. Auch konnte man beobachten wie sich die Situation an der Spitze veränderte. Nach knapp 4:16h hatte ich schon den ersten Marathon geschafft und das im ruhigen Pulsbereich. Es deutete sich eine gutes Ergebnis an. Nach 5:07h war ich bei KM 50 und konnte mich über die erste Zeitverbesserung (-20min) freuen. Langsam wurde mir bewußt das noch zwei weitere Bestleistungen möglich waren: die KM-Leistung über 12h (ich hatte ja noch fast 7h Zeit für die restlichen 42km von den 92km) und wenn ich über 100km kommen würde auch die 100km Zeit.
Mit diesem Ziel und den schon aktivierten Endorphinen wurden die Runden einfacher. Die Rundenzeiten wurden zwar langsamer aber alles lag noch im grünen Bereich. Langsam kam Routine in die Runden rein. Am Anfang der Runde 2-3 Becher trinken, einen kleinen Happen (z.B. Schokolade, Stückchen Banane, Kekse oder sonst was) essen, dabei weiter gehen (es gingen so 1,5 -2 min drauf) und dann wieder laufen bis zum Ziel. So ging Runde für Runde dahin, Hauptsache man läuft kontinuierlich.

Bild: Nachmittags. Hinter mir (allerdings einige KM vor mir) Achim Heukemes.
Für den zweiten Marathon (KM84,xx) hab ich dann knapp 5:03h gebraucht und bis zu KM 92 wars jetzt auch nicht mehr weit. Nach 10:19h war ich da wo ich letztes Jahr 12h für gebraucht hatte. Wow! Ich war sehr zufrieden. Aber weiter gings jetzt Richtung dritte Bestzeit, denn diese hätte ich jetzt schon gehend erreichen können.
Nach 11:21 hatte ich auch dieses Ziel erreicht und konnte meine Zeit auf 100km um 30min verbessern. Drei Bestzeiten in einem Lauf, mehr kann man nicht verlangen. Den Rest bin ich dann aber locker zu Ende gegangen, wenn ich gelaufen wäre, wären es noch mehr KM geworden. So wurdens 103,2 KM und ich bin absolut zufrieden.







